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Die Merowinger oder Die totale Familie

Bild von Michael Predota
Verfasst von grey bookreader Michael Predota am So, 09/11/2008 - 02:22
Inhaltsangabe

Freiherr Childerich von Bartenbruch, Majoratsherr in Mittelfranken, führt eine Keule in seinem Wappen. Von schmächtiger Statur, doch stets zu Wutanfällen neigend, hält er sich nicht ganz zu Unrecht für einen Nachfahren der Merowinger. Durch ein wohlüberlegtes System etwas ungewöhnlicher Heiraten und Adoptionen ist es ihm gelungen, sein eingener Vater, Großvater, Schwiegervater und Schwiegersohn zu werden. Die beiden ersten familiären Chargen erreicht er dadurch, dass er jene jungen Damen, die sein Großvater und Vater im hohen Alter in zweiter Ehe geheiratet hatten, nach dem Tode der betagten Herren selbst heimführt. Erhebliche Teile des Bartenbruchschen Vermögens fallen damit im Erbgang wieder an ihn zurück. Durch solche Anfänge ermutigt und infolge seiner immer zahlreicher werdenden Nachkommenschaft vermag er seine Vorstellung von der Totalität der Familie im Ein-Mann-Prinzip zu realisieren: "La famille c'est moi." (Klappentext)

Zitate

Denker und Drescher. Es waren schon solche Kerle beisammen. Sie formulierten, und sogar lateinisch:
Vult quisque vultum suum.
Dazu gab es eine deutsche Version:
Wie Du schaust, so willst Du schauen,
und wir dürfen Dich drum hauen.

Seitenangabe für Zitat1:
132

Professor Horn fiel also, obwohl schon herinnen, gleich noch einmal mit der Tür in's Haus. Er war doch ein dummer Hund, der Professor; bierehrlich, zahlungswillig, Brotlaib-Antlitz im Barte, schnaufender Bonhommist, Vater-Typus.

Seitenangabe für Zitat2:
141

Und wo blieb Doctor Döblinger? Aufgetümmelt, ausgefressen, trefflich schlafend, früh auf, bombastisch frühstückend, weder vormittags noch nachmittags daheim - aber vielleicht doch in jenem wissenschaftlichen Institute tätig, dem er angeblich als Mitglied angehörte?

Seitenangabe für Zitat3:
176
Quellenangaben
Verlag:
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
Erscheinungsjahr:
1994
Auflage:
8. Auflage
ISBN:
3-423-11308-1
Meine Gedanken zum Buch:

Ein brachialer Spaß! Es kann aber sicher nicht jede/r mit dem Humor des Autors etwas anfangen. Ich würde sagen, wer bei Monty Python's Flying Circus lachen kann, der ist hier gut bedient. Ich habe dieses Buch nun zum 5. Mal gelesen und es wird nicht langweilig.
Hier ist eine sehr groteske Geschichte mit schrägen Charakteren gespickt. Z.B. Professor Horn, der in seiner Privatordination die Patienten von Wut und Grimm zu heilen vermag. Die Methode ist allerdings etwas ausgefallen. Oder Doctor Döblinger, der sich im Kapitel mit dem Titel "Das fragwürdige Kapitel" für die pysiognomische Gerechtigkeit begeistert.

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Bild von Paula Gölles

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Paula

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Neugierde

Die Neugierde hat sich gelohnt. Zum Teil sehr schwer zu lesen, aber die witzigen Geschehnisse, z.B. Das Wutaustreiben. Oder Childrich lll., der seine Verwandtschaft in seiner Person selbst sein wollte. Einfach unglaublich, aber zum Schmunzeln. 

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