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Die Farben der Insel

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 11/01/2010 - 13:51
Inhaltsangabe

Die_Farben_der_Insel.jpgDie Malerin Karitas lebt allein und zurückgezogen in einem kleinen Dorf an der Küste. Ihre Kinder sieht sie nur selten, Sigmar, ihren Mann, fast gar nicht. Auch ihre künstlerische Karriere will nicht voranschreiten, zu unverständlich und düster wirken ihre Bilder auf die Dorfbevölkerung. Doch Anfang der fünfziger Jahre ändert sich die Lage. Karitas reist nach Paris, um dort neue Inspirationen für ihre Kunst zu erhalten. Zurück in Island findet sie endlich die Anerkennung, die sie verdient. Kann sie Sigmar jetzt auch an ihrem Leben teilhaben lassen?

Zitate

Karitas
Pariser Tunnel 1949
Öl auf Leinwand
Konstruktivismus und lyrische Abstraktion waren die vorherrschenden Richtungen in der französischen Kunst der vierziger und fünfziger Jahre, also um die Zeit, als Karitas sich in Paris niederließ, und der Einfluss der letztgenannten Richtung macht sich gleich bei Karitas' ersten Bildern aus ihrer Pariser Zeit bemerkbar. Was nicht zuletzt insofern bemerkenswert ist, als sie sich bis zu dem Zeitpunkt nie mit Tendenzen und Strömungen auseinandergesetzt hat.

Seitenangabe für Zitat1:
120

"... Möchtest du mich nicht am liebsten ganz los sein, mich ins Meer werfen?".
"Und wärst du dort nicht am besten aufgehoben?", fragte ich.
Und stieß ihn über die Kante des Piers.

Seitenangabe für Zitat2:
274
Quellenangaben
Verlag:
Krüger, Frankfurt
Erscheinungsjahr:
2009
Auflage:
2. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3810502643
Meine Gedanken zum Buch:

Interessant an dieser Fortsetzung von "Die Eismalerin" ist der Perspektivenwechsel in der Erzählweise. Wie im ersten Buch beginnt jeder Abschnitt mit der Beschreibung eines Werks von Karitas, doch hier geht die Geschichte in Ich-Form weiter, was tiefere Einblicke in die Welt der Künstlerin erlaubt, in die Welt einer Frau, die diesmal nicht am Muttersein und ihrer Verantwortung scheitert, sondern sich der Herausforderung mutig stellt, auch wenn ihre Umgebung immer wieder Entscheidungen trifft, die ihr Kummer und Leid zufügen.
Letztendlich erreicht sie ihr Ziel, setzt sich durch als unabhängige Künstlerin, erlangt Bekanntheit und somit auch die Möglichkeit, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich vorstellt.
Das im oben zitierten Klappentext "Kann sie Sigmar jetzt auch an ihrem Leben teilhaben lassen?" finde ich ziemlich unpassend, denn im Grunde macht Karitas sich keine Gedanken um ihren Mann, geschweigedenn ein Zusammenleben mit ihm. Doch letztendlich findet sie ein spätes Glück, in dem sie sich mit ihrer Rolle als Ehefrau und Künstlerin arrangiert, und zu guterletzt trifft sie die endgültige Entscheidung über ihr Schicksal, wie sie es sich immer gewünscht hat.
Auch dieses zweite Buch hat mich tief beeindruckt, wobei es sich weniger mit der Situation unterschiedlicher Personen beschäftigt, sondern ausschließlich Karitas im Mittelpunkt steht. Natürlich nicht ohne auf das Schicksal ihrer Familie und Freunde einzugehen, das sie selbst tief beeindruckt und immer wieder beeinflusst.
Sicher kein "Frauenroman" im klassischen Sinne, aber doch ein Buch, das Frauen auf besondere Weise anspricht, weil man sich immer wieder selbst finden kann in dieser Auseinandersetzung mit dem Frausein in all seinen Facetten.

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