Die Entdeckung des Hugo Cabret. Ein Roman in Worten und Bildern.

Selznick, Brian: Die Entdeckung des Hugo Cabret. Ein Roman in Worten und Bildern. Aus dem Amerikanischen von Uwe-Michael Gutzschhahn.
Brian Selznick, geboren 1966 in New Jersey, ist ein vielfach preisgekrönter Illustrator und New York Times Bestsellerautor. Er arbeitete nach seinem Designstudium als Dekorateur in einer Kinderbuchhandlung und fand hier Inspiration, um selbst zu Zeichenstift und Feder zu greifen. Das Buch ist eine Mischung aus vielen ganzseitigen Bildern und Textpassagen. Vorlage für dieses Buch war eine Maschine, die nach sorgfältiger Restauration in der Lage war, Bilder und Gedichte hervorzubringen und sie auch zu signieren. http://www.fi.edu/learn/sci-tech/automaton/automaton.php?cts=instrumentation
Hugo Cabret, seines Zeichens Waisenjunge, Dieb und Wächter der Uhren, lebt verborgen in den Gemäuern des Pariser Bahnhofs im Jahr 1931. Niemand weiß von ihm, bis ein kühnes Mädchen und ihr bärbeißiger Großvater auf ihn aufmerksam werden. Schlagartig ist in Gefahr, was Hugo so sorgsam hütet: seine rätselhafte Existenz – und damit die rätselhafte Zeichnung, das liebevoll aufbewahrte Notizbuch und der mechanische Mann. Jene Dinge, die den Weg zu seinem faszinierenden Geheimnis weisen.
„Doch ehe ihr die Seite umschlagt, möchte ich, dass ihr euch vorstellt, im Dunkeln zu sitzen wie zu Beginn eines Kinofilms. Gleich wird auf der Leinwand die Sonne aufgehen und ihr erlebt, wie euer Blick auf einen Bahnhof inmitten einer Stadt zu zoomt. Dann führt die rasante Fahrt durch die Eingangstüren hinein in die überfüllte Bahnhofshalle. Schließlich werdet ihr in der Menschenmenge einen Jungen entdecken und der Junge wird sich auf den Weg durch den Bahnhof machen. Folgt ihm, denn das ist Hugo Cabret. Sein Kopf steckt voller Geheimnisse und er wartet darauf, dass seine Geschichte losgeht.“ – So beginnt das Buch, das eine Besonderheit hat: Seitenweise Grafiken und auch Filmfotos, die mit Text (er beginnt erst ab Seite 60) verbunden sind – manchmal nur ein paar Zeilen.
Brian Selznick hat ein „multimediales“ Buch geschaffen, das nicht nur aus Text besteht. Es erzählt in einer Mischung aus Bildern und Worten die Geschichte von Georges Méliès, dem Pionier des Films, aus dessen Nachlass auch viel Bildmaterial zu bestaunen ist: Zeichnungen und Skizzen, Standbilder aus Filmen; auch anderes zeitgenössisches Material ist aufgenommen oder erwähnt und vermittelt den Eindruck der Authentizität wie etwa Filme der Brüder Lumière, die Geschichte von Harald Lloyd mit der Uhr am Wolkenkratzer; Filme von René Clair, Walt Disney, Charlie Chaplin, Buster Keaton und Jean Renoir.

Meine Gedanken zum Buch: 

Das Buch ist zwar als Jugendbuch ausgewiesen, ich würde es aber als "all-age" Buch bezeichnen. Faszinierend ist die Mischung aus beeindruckenden Grafiken und Text. Obwohl über viele Seiten nur BIlder zu sehen sind, ist klar, wie es dann im Text weitergeht. Spannend finde ich auch die Geschichte rund um die Mechanik der Maschine und die Anfänge der Filmkunst. eigentlich ein ganz tolles "Filmlesebuch", das sich besonders für kuschelige Winterabende eignet, etwa wenn man relaxen will, staunen, schauen - vielleicht auch ein bisschen lesen und gedanklich schwadronieren...

Verlag: 
cbj (Random House)
Auflage: 
1.Aufl.in dt. Üs.
ISBN: 
978-3-570-22118-1