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Die Einsamkeit der Primzahlen

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"Die Einsamkeit der
"Die Einsamkeit der Primzahlen" ist eine sehr tiefgehende Geschichte über zwei Menschen, die seit ihrer Kindheit zutiefst traumatisiert, ein Aussenseiterleben führen. Alice ist magersüchtig, Mattia verletzt sich selbst, um dem größeren Schmerz der Schuld und des Verlusts zu entgehen. Ihre Eltern resignieren, suhlen sich im Selbstmitleid oder einer übertriebenen Autorität, finden keinen Zugang zu ihren Kindern, die zunehmend vereinsamen. Bis sie als Teenager aufeinandertreffen und im anderen den einzig wahren Freund finden. Andere Beziehungen gehen die beiden nur schwer ein, und selbst diese wenigen Personen verschließen die Augen vor der offensichtlichen Realität. Ein Arzt, der Jahre braucht, um zu realisieren, dass seine Frau magersüchtig ist, lebt wohl auch mehr in der eigenen Wunschvorstellung, ohne sich rechtzeitig mit den komplexen Tatsachen zu konfrontieren, sich wirklich mit der Person an seiner Seite auseinanderzusetzen. Und wie er es dann letztendlich tut, sind seine Motive rein egoistischer Art, vermissen jegliches Einfühlungsvermögen.
Der junge Autor schafft Einblicke in zwei Leben, die für mich nur schwer nachvollziehbar sind. Den ganzen Schmerz, diesen selbstzerstörerischen Aspekt beschreibt er relativ trocken, aber nicht herzlos, sondern wertfrei wie eine gute Dokumentation, und trotzdem schwanken die Empfindungen zwischen Rührung, Traurigkeit und Ekel.
Ein Buch, das sehr gut geschrieben ist, das ich aber trotzdem nur sehr bedingt weiterempfehlen würde, weil es am Schluss einfach nur eine große Leere hinterlässt.
Das Hörbuch wird eigentlich ganz gut gelesen von Daniel Brühl, nur einmal mehr frage ich mich, ob sich da niemand drum kümmert, ob die Sprecher auch die Grundlegen der ursprünglichen Sprache beherrschen, in der ein Buch geschrieben wurde, sodass sie wenigstens die gängisten Namen richtig aussprechen können. Chiara zu Tschiara zu machen, finde ich krass und sehr störend, weil es doch immer wieder vorkommt.
Abgesehen davon ist das Hörbuch durchaus brauchbar. Ob es jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, dass es gekürzt wurde, kann man schwer sagen, wenn man den Originaltext nicht kennt. Es gibt einige abrupte Abbrüche, von denen ich mir aber nicht sicher bin, ob die nicht eher Stilmittel als Kürzung sind.
.... momentan auf Seite
.... momentan auf Seite 125..... man hat dran zu knabbern.....
... von einer
... von einer Liebesgeschichte sind wir hier tatsächlich weit entfernt, aber was ist es, womit uns Paolo Giordano hier konfrontiert.....????
Was ist es, was die beiden Hauptfiguren in dieser Geschichte miteinander verbindet... ist es Liebe..... nein.... aber..... es scheint ja fast so, als könnten sie ohne einander nicht richtig atmen...... als wäre das Sein ohne den anderen zwar möglich, aber trotzdem kein Leben...
Wie Germana schon angemerkt hat... der Autor schreibt in einer sehr neutralen Sprache.... was vielleicht auch gut so ist..... will man als Leser die Schicksale dieser beiden Menschen überhaupt nachfühlen können... je länger ich darüber nachdenke, bin ich mir sicher, dass ich es nicht will.... das so "kleine" Einschnitte ein ganzes Leben aus der Bahn werfen können ist bedrückend.... ja fast schon erdrückend....
Noch viel schlimmer ist für mich aber die Ignoranz der anderen.... nicht zu fassen, wie blind außenstehende Menschen sein können und auch einfach sein wollen.....
Ein großes Lob geht auch an den Autor selbst. Nicht zu fassen das ein Mensch mit so jungen Jahren schon so eine Geschichte zu Papier bringt. Nicht umsonst hat er dafür auch einen wichtigen, italienischen Literaturpreis erhalten, der ihm auch mehr als zusteht.
Tolles Buch..... aber eines stimmt, die Leere bleibt.....