Die Arbeit der Nacht

Arbeit der Nacht
Stell Dir vor Du wachst auf und bist alleine. Wirklich ganz alleine, Du bist mitten in Wien, aber es gibt niemanden ausser Dir.
Das kann doch nicht sein. So begibt sich der Held auf die Suche durch Wien und Umgebung, besucht Ort einer vergessen Kindheit, doch überall muß er die Einsamkeit hin nehmen.
Es gibt nur ihn und sonst keinen und vielleicht sein eigenes Ich, als Schläfer, wenn er schläft. Doch ist dieser Schläfer wirlich er? Spielt ihm seine Einsamkeit und Verzweiflung einen Streich und treibt ihn in den Wahnsinn?
Seine Suche führt ihn bis nach London, jedoch ohne Erfolg. Nachdem der Schläfer ihn immer wieder in den Wahnsin treibt, wird der Schläfer mit Medikamenten ausgeschaltet, aber dafür bezahlt er einen sehr hohen Preis...

Meine Gedanken zum Buch: 

Sehr dunkel und schwarz, eine Richtung, die mich, so muß ich gestehen, eher anspricht. Ich finde das Buch deshalb genial, weil es mich gefesselt hat und ich nicht loslassen konnte. Das führte aber auch dazu, dass es mich auch manchmal in diesen Sog der Verzweiflung, Einsamkeit und Wahnsinns gezogen hat.
Interessant und lesenswert für, wie Reini sagt, nur starke Gemüter...

Was er da sah, hatte noch nie ein Mensch gesehen. Auch nicht er selbst. Er lebte mit diesem Finger seit fünfunddreißig Jahren, doch wie es im Inneren aussah, wußte er nicht. Er wußte nicht, wie sein Herz aussah oder seine Milz. Nicht, daß er besonders neugierig darauf gewesen wäre, im Gegenteil. Aber unzweifelhaft war dieser blanke Knochen ein Teil von ihm. Den er erst heute sah.

Verlag: 
Hanser
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
9783446207622

Kommentare

So, auch ich habe das gelesen. Über weite Strecken sehr spannend, jedoch das Ende ist ein wenig desillusionierend. Ich konnte es trotzdem nicht aus der Hand legen. Glavinic schafft das, dass man gefesselt ist.

Auch ich habe dieses Buch gelesen und finde, dass man die ganze Zeit erwartet, dass noch etwas passieren müsste.
Für mich hätten 200 Seiten auch gereicht!

... habe ich natürlich auch gelesen bzw. ist in meinem Besitz, wie auch alle anderen Bücher von Thomas Glavinic. Ich persönlich finde, es ist das "schlechteste" seiner Bücher (sofern es überhaupt schlechte von ihm gibt). Dennoch konnte auch ich nicht aufhören zu lesen. Trotz zwischenzeitlicher "Langatmigkeit" ... ich hatte einmal sogar ein Gefühl von Angst, das mich beschlichen hat (lag wohl auch daran, dass ich allein im Hotel war zu der Zeit *g*) - die Atmosphäre ist düster und einsam... v.a. dann in England
 
Und das Ende: für mich erschütternd und unerwartet - bis zur letzten Seite glaubte ich an ein "Happy End" ... im Nachhinein betrachtet macht allerdings gerade dieser Schluß das Buch irgendwie "besonders" 

ist es mir auch ergangen! Ich hatte zwar nicht Angst, aber ein beklemmendes Gefühl!
Zunächst dachte ich auch an ein Happy End, oder dass der Held aus einem Wachkoma oder ähnlichem wieder aufwacht, aber dass es ein so realistisches Ende zur Situation gibt...das hätte ich auch nicht gedacht...

Er hängt da beim Donauturm ja ein Fahne hinaus, und da schreibt er was rauf. Hab den Namen jetzt nicht gefunden. Bitte um den Namen. Einem Medikament war es ähnlich. Hat dieser Name für den Rest der Geschicht einen Effekt? Beim Lesen damals habe ich daran geglaubt und beim Weiterlesen immer wieder danach Ausschau gehalten.
Man sucht etwas und findet es nicht. Wie im wirklichen Leben.
 
meint Reinhard

Soweit ich noch weiß, ist das der gleiche Name, wie das Medikament, das Jonas gegen Ende des Buches ein nimmt, um nicht mehr schlafen zu müssen.
Ich glaub auch, dass der Schläfer ihm diesen Namen bzw Wort mal gegeben hat. Ist irgendwas mit Dom... oder so ähnlich. Ich hab geblättert, und das Medikament hieß dann wirklich so.
Allerdings, weiß ich nicht, oder hab nicht mitbekommen, ob es bedeutungsvoller ist für das Buch....