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Die Antiquarin

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 05/08/2011 - 09:08
Inhaltsangabe

Die_Antiquarin.jpgÜber die Liebe zu Büchern und die Liebe an sich Rosemary Savage liebt Bücher über alles. Eines Tages entdeckt sie bei einem ihrer Streifzüge durch New York das riesige Antiquariat «Arcade». Rosemary ist völlig verzaubert und eröffnet dem Inhaber, dass sie unbedingt hier arbeiten will. Zu ihrem Erstaunen wird sie sofort eingestellt – für die junge Frau geht ein Traum in Erfüllung. Gemeinsam mit ihrem eigenwilligen Kollegen Oscar erkundet sie bei jeder Gelegenheit den Buchladen. Durch Zufall stoßen die beiden auf ein verlorengeglaubtes Manuskript von Herman Melville, dem berühmten Autor von «Moby Dick». Ein sensationeller Fund. Doch auch andere sind diesem Schatz auf der Spur ...

Zitate

Drinnen ist das Arcade selbst wie eine große Stadt; wie eine Insel. Dass ein Buchladen ein solcher Ort sein kann, hat man sich immer erhofft, doch das Arcade ist wie der ursprüngliche Wunsch, der hinter solchen Hoffnungen steckt. Bei jenem ersten Besuch war es, als würde New York ganz real. Das Arcade stand für die Menschenmassen, es versinnbildlichte die Großstadt. Die Bücherstapel waren wie die wuselnden New Yorker, unsichtbar in ihren Gebäuden und doch spürbar, wie Bienen in ihrem Korb.

Seitenangabe für Zitat1:
39

Der Allmacht der Liebe? Glaubte Melville denn, die Liebe könne alle Missgeschicke und Hindernisse des Lebens überwinden? Oder war das nur in Büchern so? Entstanden nur durch Bücher solche Gedanken?

Seitenangabe für Zitat2:
241
Quellenangaben
Verlag:
Kindler
Erscheinungsjahr:
2007
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3463405063
Meine Gedanken zum Buch:

Sheridan Hay entführt uns in ihrem Erstlingswerk in die seltsam skurrile Welt des Antiquariats "Arcade" mitten in Manhattan, einer Art Auffangstelle für Aussenseiter, die sich hier aufgrund ihrer literarischen Kenntnisse auf ganz eigene Art und Weise entfalten können. Zwischen ihnen herrscht eine Art unausgesprochenes Einverständnis, jeder wird akzeptiert, wie er ist, auch wenn er dafür weder geschätzt noch geliebt wird.
Mitten in diese Welt gelangt Rosemary, eine junge Australierin, die Bücher liebt und sonst nicht viel vom Leben weiß, ausser, dass sie ganz allein auf sich gestellt ist und irgendwie den Verlust ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter verkraften muss. Auf der Suche nach Freundschaft und Liebe trifft sie Menschen, die es ehrlich mit ihr meinen, sie stößt auf im wahrsten Sinne des Wortes blinde Leidenschaft und abgrundtiefe Ablehnung. In ihrer Naivität lässt sie sich zum Werkzeug einer unerbittlichen Jagd auf ein verschollenes Manuksript Herman Melvilles machen, wird für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt und missbraucht. Letztendlich reift sie jedoch an ihren Erfahrungen und findet einen Weg in die Zukunft.
"Die Antiquarin" ist kein echtes Meisterwerk, aber ein solider Roman, der sich sprachlich auf jeden Fall von der Masse abhebt. Rosemary ist eine nachvollziehbare Figur, immer wieder möchte man sie nehmen und ihr die Naivität aus den Knochen schütteln, auch wenn man weiß, dass die Jugend ihre Erfahrungen selbst machen muss. Die restlichen Charaktere definieren sich über Andeutungen, die aber meist ausreichen, um sich das Bild von ihnen zu machen, das wohl auch Rosemary haben muss, die kaum mehr über sie weiß als der Leser.
Was fehlt, ist wirkliche Spannung, obwohl das Thema für Literaturfreunde natürlich ein interessantes ist. Die Geschichte lebt von Anspielungen und Fakten zu Herman Melville und Nathaniel Hawthorne, ich hab wieder einiges über die beiden gelernt. Aber leider führt das auch dazu, dass die Geschiche an Spannung einbüßt, etwas zu langsam erzählt wird und sich daher stellenweise etwas zieht. Auch den Ausflug in das Kuriositätenkabinett des leidenschaftlichen Sammlers Peabody hätte man bunter gestalten können, da wäre noch mehr möglich gewesen.
Alles in allem ein lesenswertes Buch für alle, die sich für Bücher und Literatur interessieren und sich an einer gehobenen und trotzdem zeitgemäßen Sprache erfreuen können.
 

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