Der sixtinische Himmel

sixtinische_Himmel.jpgItalien, Anfang des 16. Jahrhunderts. Der junge Aurelio kommt nach Rom, um dort beim größten Bildhauer seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Michelangelo Buonarroti. Gerade hat der Papst diesen gegen seinen Willen mit einem Deckenfresko für die Sixtinische Kapelle beauftragt. Missmutig macht sich der Künstler ans Werk. Nachts jedoch erschafft er aus weißem Marmor das Bildnis der Frau, die keiner jemals sehen darf: die Kurtisane des Papstes. Aurelio verliebt sich unsterblich in die geheimnisvolle Schöne. Doch seine Liebe wird nicht nur ihm zum Verhängnis
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Meine Gedanken zum Buch: 

An diesem 576 Seiten Wälzer über Michelangelo und die Erschaffung der sixtinischen Kapelle führte kein Weg vorbei. Von solchen Romanen werde ich unweigerlich angezogen, fast so wie die Motten vom Licht... ;o)
Vorallem lese ich immer gern Bücher, die in Städten bzw. in einem Umfeld spielen, das mir vertraut ist.  Und nachdem ich ja vor ein paar Jahren in Rom war, ein Grund mehr... bei dieser Neuheit zuzuschlagen.
 
Allein die Umschlaggestalung ist schon der pure Wahnsinn.
Klappt man den Einband der gebunden Ausgabe komplett auseinander hat man eine riesengroße Abbildung des Deckenfreskos der sixtinischen Kapelle vor sich... einfach nur wunderschön.... in diesem Meisterwerk kann man sich wirklich verlieren.
Und so ist es mir auch passiert... statt mit dem Buch zu starten hab ich mich beim ersten Mal schon verguckt... und ewig lang dieses Kunstwerk studiert.
Zum Glück hab ich mich dann aber doch losreissen können und bin nun "schon" auf S. 104.
Bis jetzt in einer sehr flüssigen Sprache geschrieben. Wenn es so weitergeht.... werden die 576 Seiten wie im Flug vergehen.
Freu mich schon, heut Abend wieder in diese Geschichte eintauchen zu können und ich bin sicher, da kommt noch so Einiges :o))))

Verlag: 
S. Fischer Verlag GmbH
Auflage: 
erste Auflage 2012
ISBN: 
978-3-502-10224-3

Kommentare

Wahren Geschmack, sagt er, könne man nur an drei Orten in Italien finden: Venedig, Rom und Florenz.

Michelangelo sah ihn an. Hinter seinen Augen schien sich ein Abgrund aufzutun. "Auch ich hatte nie einen anderen Wunsch, als Bildhauer zu werden" sagte er wie zu sich selbst. " Jetzt jedoch hat mich Seine Heiligkeit unwiderruflich zum Fassadenschmierer degradiert. ....

Hast Du die "beschmierte Fassade" schon mal im Original gesehen ?
Wenn nein UNBEDINGT nachholen und ein Opernglas mitnehmen.
Noch nicht einmal ganze 4 Jahre hat Michelangelo für diese richtig große Fläche benötigt.

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

beschmierte Fassade... na ja......... ;o)
 
Ich war vor ca. 3 Jahren in Rom und da hab ich mir auch die vatikanischen Museen und die sixitinsche Kapelle angeschaut... alles sehr, sehr beeindruckend. Mit dem Operglas hast du allerdings nicht so unrecht, hätte mir damals gute Dienste geleistet.
Aber egal, ein Grund mehr noch mal diese wunderbare Stadt zu besuchen.... dann auf jeden Fall aber mit Operngucker, damit ich die Fresken mal gaaaanz genau unter die Lupe nehmen kann. Bis dahin hab ich noch die Innenseite dieses Buchumschlags und einen dicken Wälzer über Michelangelo und sein Schaffen (wo ich jetzt aus gegebenem Anlass auch wieder mal reinblättern werde).

"Ignudi?" fragte Jacobo und Bugiardini aus einem Mund.
"Nackte Männer, ähnlich den Genien.  Sei werden auf den Gesimsvorsprüngen sitzen. Durch sie wird das Fresko erst sein Leben, seine Vitaltät erhalten. Das ist es was ich anstrebe".... " Ein Fresko, das vor Leben aus den Fugen platzt"

Als Michelangelo ihm beschrieb, welchen Grundriss die künftige Kirche einmal haben  sollte, scheiterte Aurelio an seiner Vorstellungskraf. Ein Raum von derartiger Dimension.... Ein ungreifbares Unbehagen erfüllte ihn. Konnte es wirklich Gottes Wille sein, dass man ihm ein solches Monument schuf? Es war, als soltle der Mensch zu seinem Glauben gezwungen werden. Wollte Gott den Menschen unterwerfen? Oder ging es am Ende gar nicht um Gott?

Die Natur des Mannes war so eingerichtet, dass sein Geist dem Fleisch am Ende immer unterlag.

.... ein recht runde Sache, kurzweilig und teil`s auch sehr spannend geschrieben.
Als Leser erhält man einen kleine Einblick in die Welt Michelangelo`s... in sein Wesen... seine Gefühle, seine Visionen....
Auch die Figur des Aurelio ist etwas Besonderes.... er ist Entdecker, ein Neugieriger... tastet sich Schritt um Schritt vor in dieser neuen Welt... und als Leser begleitet man ihn und erhält dadurch auch neue Einblicke, sieht vieles mit anderen Augen.
 
Auch wenn man Manches ein bisschen kürzer hätte halten können, so ist es doch ein sehr flüssig geschriebener Roman der auch Lust macht, mehr über Michelangelo und sein Schaffen zu erfahren.