Der alte Mann und das Meer

Seit 84 Tagen hat der alte Mann, ein Fischer namens Santiago, jetzt schon keinen Fisch mehr gefangen und sein bester und einziger Freund Manolin, der Bootsjunge, darf ihn deswegen von seinen Eltern aus nicht mehr begleiten. Nach einige mysteriösen Vorzeichen jedoch beißt am 85. Tag ein Schwertfisch an, der so groß ist, dass er ihn mit der Angelrute nicht einholen kann. Es beginnt ein Kampf zwischen Mensch und Tier. Der Fisch könnte den alten Mann ins Wasser ziehen, doch der Marlin schwimmt einfach mit dem Boot im Schlepp. Zitat1 Daher ist der Fischer gezwungen, die Nächte auf See zu verbringen und auf einen günstigen Moment zu warten. In dieser Zeit führt der Fischer viele Selbstgespräche, mit denen er seine Verzweiflung ausdrückt und sich immer wieder selbst Mut zuspricht. Außerdem entsteht eine Art Freundschaft von Seiten Santiagos zu dem Tier. Auch wenn er Schmerzen hat und oftmals glaubt, der Fisch würde ihn umbringen, so schöpft er immer wieder neue Hoffnung. Nach zwei Tagen und zwei Nächten profitiert er von der Angeschlagenheit des Fisches und es gelingt ihm tatsächlich, den Fisch zu überwältigen. Doch die Freude währt nicht lange. Bei der Rückkehr wird der Fisch von Haien attackiert. Zwar wehrt sich der alte Mann mit allen Mitteln dagegen, muss jedoch schließlich froh sein, selbst die anstrengende Reise zu überleben. Bei der Ankunft am Hafen jedoch bleibt nur noch Gerippe über. Manolin kümmert sich schließlich um den angeschlagenen alten Mann, damit sie fortan wieder gemeinsam fischen können.

Meine Gedanken zum Buch: 

Das Buch ist sehr traurig und mitreisend geschrieben. Es is schön zu lesen wie der Junge dem alten Mann hilft und mit diesem auch immer wieder Fischen gehen will obwohl der alte Mann nichts fängt. Ich hab das Buch sehr gerne gelesen und kann es nur weiterempfehlen. Lg Darleen  

Verlag: 
rororo
Auflage: 
Auflage 17
ISBN: 
ISBN-13: 978-3499226014

Kommentare

Damit Ihr Euch ein Bild von Santiago machen könnt, hier ein paar Infos über den Mann, der Hemingway als Vorbild für seine Geschichte gedient hat:
 
http://de.wikipedia.org/wiki/Gregorio_Fuentes
http://stockpress.de/2010/09/19/gregorio-fuentes-war-hemingways-kapitan/
 
In Cojimar kann man eine der zahlreichen Bars besuchen, in denen Don Ernesto Stammgast war, im Garten seines wunderbaren Hauses, das wirklich in jedem Raum vollgestopft ist mit Büchern, steht die Pilar, Hemingways geliebtes Boot, um das sich Gregorio gekümmert hat.
 
"He was an old man who fished alone in a skiff in the Gulf Stream and he had gone eighty-four days now without taking a fish."
 
 

"Was hast du zu essen?" fragte der Junge.
"Einen Topf mit gelbem Reis und Fisch. Möchtest du etwas?"
"Nein, ich eß zu Hause. Soll ich dir Feuer anmachen?" - "Nein, ich mache es später. Oder vielleicht esse ich den Reis kalt."
"Darf ich den Käscher nehmen?"
"Natürlich."
Es war kein Käscher da, und der Junge erinnerte sich daran, wie sie ihn verkauft hatten. Aber sie führten diese Komödie jeden Tag durch. Es gab keinen Topf mit gelbem Reis und Fisch, und der Junge wußte auch dies.

He was too simple to wonder when he hat attained humility. But he knew he had attained it and he knew it was not disgraceful and it carried no loss of true pride. (Reclam-Ausgabe Seite 7)

Ich nehme an, wir sind jetzt alle durch mit dem Buch und können mit der Besprechung beginnen. Wobei meiner Meinung nach die Geschichte so eindeutig ist, dass sie wenig Spielraum für Diskussionen offen lässt. Oder sehe ich das falsch???

"Ich habe dem Jungen gesagt, daß ich ein merkwürdiger alter Mann bin" sagte er.
"Jetzt ist der Augenblick, wo ich`s beweisen muß"

So, ich wage jetzt mal einen Kommentar.... wer noch nicht fertig ist, BITTE nicht weiterlesen :o):
 
"Der alte Mann und das Meer"... mein erstes Buch von Hemingway. Dieser Roman über Santiago und seinem Kampf mit dem Fisch hat mir trotz seiner Einfachheit sehr gut gefallen.
Auch wenn das permanente hin und her endlos scheint, bleibt man doch voller Spannung in der Geschichte hängen. Man gönnt Santiago seinen Sieg über den Fisch von ganzem Herzen.... obwohl, ich muss gestehen, kurz vorm Schluss war ich mir schon nicht mehr sicher, ob er das wirklich alles erlebt hat oder ob es sich nur in seinem Kopf so zugetragen hat.... so viele Tage auf See... Sonne, Hunger, Müdigkeit und auch Schmerzen könnne das Wahrnehmnungsvermögen dann schon auch ein bisschn trüben.
 
Es gab für mich auch einige sehr schöne Momente wo ich auch echt schmunzeln musste.... wie Santiago und der Junge miteinander umgehen.... ich find es irgendwie so rührend........ und es gibt mir als Leser auch ein etwas beruhigendes Gefühl.... dieser Mensch hat einen anderen an seiner Seite, der fest zu ihm steht und sich um ihn sorgt.... auch ein sehr schöner Aspekt in diesem Buch....

Ich finde es erstaunlich, dass Hemingway, der ja als alter Macho bekannt war, diese Beziehung so einfühlsam beschreibt. Und ich finde es bewundernswert, mit wie wenigen Worten er dafür auskommt. Im Grunde geht es ja nur um Alltagshandlungen, und trotzdem spürt man sehr deutlich die Emotion in den Handlungen, die Zuneigung zwischen den beiden.
 

Ja, im Grunde ist es eine "Alltagshandlung", nur frag ich mich, was steckt dahinter.... will sich Santiago damit selbst beweisen, dass er es doch noch kann oder will er es den anderen Fischern beweisen.... viele andere hätten vermutlich aufgegeben....

Es ist auch das erste Buch, das ich von Hemingway gelesen habe. Es hat mich von der ersten Zeile an, in den Bann geschlagen.
 
Es hat eine schöne Sprache und ist so intensiv geschrieben, dass ich das Gefühl hatte, an Bord dabei zu sein. Hemingway beschreibt hier einen Mann, der im Alter und trotz körperlichen Beschwerden immer noch auf's Meer fährt, um für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Er braucht nicht viel, nur ganz wenig, um zu leben. 84 Tage lang hat er nichts mehr gefangen und trotzdem gibt er nicht auf, ist immer noch guten Mutes, doch noch einen Fisch zu fangen. Dann endlich hat er einen am Haken und was für einen. Nun beginnt der Kampf gegen den Fisch, aber auch gegen seine körperliche Schwäche, seinen Schmerzen, seiner Müdigkeit. Er hält Zwiesprache mit dem Fisch, erweist ihm seinen ganzen Respekt. Er gibt nicht auf, er will ihn fangen und ist schlussendlich doch traurig, dass er der Stärkere war. Der Fisch und er waren würdige Gegner, sodass es - als dann die Haie kamen und sich Stück für Stück vom Fang holten - ihm leid tat, dem Fisch nicht doch die Freiheit geschenkt zu haben.
 
Für mich zeigt das Buch die Stärke des Mannes auf, der trotz seiner alten Tage, den Schmerzen und der Müdigkeit, durchgehalten hat, der aber nicht vergaß, dass der Fisch würdig gekämpft hat.
 
Zusätzlich zeigt es die Freundschaft eines Jungen auf, der spürt, wieviel er vom Alten noch lernen konnte.
 
Ein wunderbares Buch!
 
Gleich am Beginn war eine Stelle, die mir die schöne Sprache Hemingways spürbar zeigte:
 
"Alles an ihm war alt bis auf die Augen, und die hatten die gleiche Farbe wie das Meer und waren heiter und unbesiegt."
 
In diesem einen Satz ist eigentlich auch schon die ganze Geschichte enthalten. Einfach nur toll.
 
LG Riky

Hier meine Rezension aus einem anderen Forum:
 
Zum ersten Mal musste ich dieses Buch mit 16 lesen, in der Schule, und ich habe mich zutode gelangweilt. Wobei mir schon damals die Schlichtheit der Sprache aufgefallen ist, mir der Hemingway einem doch immer wieder Emotionen wie Rührung und Mitleid entlockt. Wir haben das Buch dann im Unterricht zerkaut und wieder ausgespuckt, und über Jahrzehnte hatte ich es in schlechter Erinnerung.
Wie gut, dass ich mich von einer Leserunde bei bookreaders.at dazu hinreissen habe lassen, diesem Büchlein noch eine Chance zu geben, es heute, über 30 Jahre später, mit neuen Augen zu lesen. Langeweile ist diesmal keine aufgekommen, doch die Rührung und auch das Mitleid für den alten Santiago ist nach wie vor präsent.
Eine meisterhafte Parabel, über die schon so viel geschrieben wurde, dass ich keine weiteren Klischees bedienen möchte. Hemingway hat explizit für dieses Buch den Nobelpreis erhalten, meiner Meinung nach hätte man ihn diesen auch für sein Gesamtwerk verleihen können. Das Wenige, das ich daraus gelesen habe, fand ich immer ausgesprochen beeindruckend.
Alles in allem ein "Klassiker", den man wohl in verschiedenen Lebensphasen immer wieder lesen kann.
Die kommentierte Reclam-Ausgabe macht das Lesen im Original auch für Wiedereinsteiger zu einem Vergnügen.

... übrigens Lust darauf gemacht, es auch in Englisch zu lesen. Werde die englische Ausgabe mal auf meine Wunschliste schreiben.
Für mich jedenfalls war es eine Wohltat, dieses Buch zu lesen, allein schon wegen der schönen Sprache, findet man ja nicht überall.
 
LG Riky
 

seit ich dieses Buch gelesen habe und ich konnte nicht viel damit anfangen.
 
Ich habe nie den tieferen Sinn verstanden, warum der alte Mann diesen aussichtslosen Kampf geführt hat; irgendwann geht es gar nicht mehr darum zu gewinnen - das ganze wird zur Besessenheit mit dem Ziel "der Stärkere" zu sein.
 
Ich war übrigens immer auf der Seite des Fisches.

habe ich dieses buch nun wieder gelesen und ich muss sagen, dass es mir nicht so langatmig war wie beim ersten mal.
"never give up" soll wohl der leitsatz sein und obwohl ich mit fischen so gar nichts am hut habe, hat es mich fasziniert wie h. es geschafft hat einen so langweiligen vorgang wie das fischen so spannend zu erzählen.
auf jeden fall hat es lust gemacht, mal wieder einen anderen h. zu lesen.

sorry, das mein kommentar so spät ist, aber ich habe irgendwie nicht mitbekommen, dass HIER das buch besprochen wird...

Beate

ich könnt mir vorstellen, dass sehr viele hier dieses Buch schon mal in ihrer Schulzeit gelesen haben und das sieht man auch wieder, wie unterschiedlich sich das Empfinden  entwickelt. Ich könnt mir vorstellen, oder nein, ich bin mir sicher... das sich mit fortschreitenden Jahren auch die Einstellung ändert ... was man als Schüler vielleicht eher als Zwangsbeglückung empfunden hat. .... kann man jetzt ganz anders wahrnehmen..... ja, mann könnte fast sagen, man möchte sich auf gewisse Sachen einlassen... und so soll es auch sein :o)
 
 

Hallo

also man sollte vorsichtig sein in den Jahren vor 1952 war des Werk von Hemingway eher dünn geworden und eigentlich hätte die Story des alten Mannes zu einem größeren Werk gehören sollen. Möglicher Weise aus finanziellen Gründen hat er dann die Geschichte allein veröffentlicht und sofort viel Erfolg eingesammelt.

Für die Novelle erhielt er den Pulitzer Preis und schließlich war sie Teil der Begründung für die Vergabe des Nobelpreises.

Ob aber die Idee Hemingway´s Ein Mann kann vernichtet werden, aber nicht besiegt wirklich noch aktuell ist, mag jeder selbst entscheiden.

Kongenial war die Verfilmung mit Spencer Tracy eine recht textgetreue Verfilmung.

Insgesamt ist es aber im Werk von Hemingway nur eine Novelle - zweifellos eine sehr gute - aber keine Spiegel des Gesamtwerkes

rotbart

PS Der Fisch war ein Marlin !!!! Das ist kein Schwertfisch wie im Mittelmeer

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren