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Der Poet der kleinen Dinge

Bild von Gabi Stachl
Verfasst von yellow bookreader Gabi Stachl am Fr, 25/11/2011 - 20:07
Inhaltsangabe

Der_Poet____.jpgGerard ist verrückt nach Popcorn, trägt Gedichte vor, die keiner versteht, und lacht sich kaputt, ohne zu wissen, warum. Niemand kann etwas mit ihm anfangen. Nur die Herumtreiberin Alex, die bei seinem Bruder zur Untermiete wohnt, hat den schrägen Poeten ins Herz geschlossen. Und da Gerard so wenig vom Leben hat, schmiedet sie einen abenteuerlichen Plan.

Zitate

Wenn man Roswel zum ersten Mal sieht, ist er tatsächlich zum Fürchten. Seine großen, gelb verfärbten Zähne, die kreuz und quer in seinem Mund stehen, und sein völlig missratener Körper verursachen zunächst eine Art Schock. Man hat das Gefühl, dass da ein großer Fehler passiert ist, eine Panne der Natur. Man möchte ihn auseinendernehmen,die Einzelteile schön ausbreiten, zurechtbiegen und dann ordnungsgemäß wieder zusammenbauen. Man fühlt sich unwohl, wenn man ihn so anschaut, man kommt sich eine Nummer zu normal vor.

Seitenangabe für Zitat1:
37

Wie viele Menschen abonnieren aus Versehen das Unglück und kündigen dann nicht mehr?

Seitenangabe für Zitat2:
120

Ich habe beschlossen, solange ich noch hier bin, Roswell an meinen freien Tagen spazieren zu fahren, sofern das Wetter mitmacht.
Ich weiß nicht, ob das richtig ist. Wenn ich ihn ausfahre, mache ich ihm vor, dass es Horizonte gibt.

Seitenangabe für Zitat3:
125
Quellenangaben
Verlag:
Hoffmann und Campe
Erscheinungsjahr:
2011
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
978 3 455 40095 3
Meine Gedanken zum Buch:

Ein leiser nachdecklich machender Roman. Sehr gut schildert die Autorin die Überforderung von Marlene, die nicht damit klar kommt, dass sie sich um den behinderten Bruder ihres Mannes kümmern soll. Die Geschichte spielt in einer triesten Gegend in Frankreich, die geprägt von Arbeitslosigkeit ist. Marlene und Bertrand vermieten ein Zimmer und die momentane Mieterin, Alex, findet einen guten Draht zum behinderten Gerard, den sie Roswell nennt. Paralell zu dieser Geschichte wird von zwei Männern erzählt, die jeden Tag am nahen Kanal herumhängen und die Zeit totschlagen.
Das Thema Behinderung/Ausgrenzung berührt und bewegt mich sehr, deshalb finde ich den Roman auch lesenswert. Auf das "Abenteuer, das die vier Außenseiter zusammenschmieden wird" (Klappentext) muss man allerdings sehr lange warten und dann ist die Geschichte eigentlich auch schon zu Ende. Das ging mir persönlich dann zu schnell.

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