Der Metzger sieht rot

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Was tut man nicht alles aus Liebe? Willibald Adrian Metzger, der feinsinnige Restaurator, zum Beispiel überwindet seine Abneigung gegen Massenveranstaltungen und begleitet seine heiß verehrte Danjela Djurkovic zu einem Heimspiel des Fußballspitzenclubs Kicker Saurias, mit tragischem Ende. Denn auch der Tod löst diesmal seine Eintrittskarte und zeigt auf dem Spielfeld dem nigerianischen Ersatztormann vor allen Augen die finale rote Karte.?Sport ist Mord?, der Metzger hat es ja schon immer gewusst. Dieser lapidare Satz soll sich jedoch noch mehrfach bewahrheiten. Dass Tags darauf die neugierige Danjela Djurkovic vor dem Stadion zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt wird, ist dabei nur der Anfang. Der sonst so friedliche Metzger folgt seiner aufkeimenden Wut, und die schickt ihn nicht nur auf die Spur des Täters, sondern auch in dermaßen finstere Regionen, dass ihm plötzlich die Idee, es könnte doch ein Zusammenhang zwischen dem Tod des Tormanns und dem Mordanschlag auf seine Danjela bestehen, gar nicht mehr so an den Haaren herbeigezogen scheint.

Meine Gedanken zum Buch: 

Der Krimi hat Stil und der österreichische Schmäh fehlt nicht. Wer einen Krimi zum Lachen sucht, wäre bei dem richtig

Unaufhaltsam bewegt sie sich auf ihn zu. Es gibt Situationen, da ist die Chance zu entkommen so realistisch wie ein Lottogewinn. Ob er nun will oder nicht, sie wird ihn erfassen. Und während sie mit unausweichlicher Vehemenz heranrollt, beobachtet der Metzger seine Umgebung genauso verwundert wie ein Eremit die erste Karbevalsitzung. Wozu Menschen imstande sind, muss man erst erleben.

Seitenangabe für Zitat1: 
10

Das Gewissen ist ein seltsamer Zeigenosse. Für gewöhnlich bleibt es auf Schritthöhe, nicht dass gleich ein verliebtes Händchenhalten oder ein vernarrtes Arm-in-Arm-Dahinschlendern daraus wird. Viel eher gleich dieses Nebeneinander dem Trab zweier Rösser, die einmal schwerfällig, einmal leichtfüßig den Karren durch das unwegsame Gelände zwischen Geburt und Tod ziehen. Das ist der Plan.

Seitenangabe für Zitat2: 
200

1.) Halte der Frau die Beifahrertür auf, warte, bis sie eingesteigen ist, und reiche ihr den Gurt.
2.) Schalte das Radio aus und zeige Gesprächsbereitschaft.
3.) Wenn die Frau nicht spricht, ist sie entweder krank oder traurig, dann sprich du, oder sie hat Angst, dann ändere deine Fahrweise.
4.) Lenke den Wagen mit Ruhe und Überblick ganz nach dem weiblichen Prinzip: Sicherheit, Sicherheit und Sicherheit. Handle folglich entgegen den Grundsätzen männlichen Fahrverhaltens (was bei Kogler sowieso generell der Fall ist) wie:
-->Spurwechsel, sobald auch nur der geringste Verdacht entsteht, es könnte links oder rechts schneller gehen.
-->Konsequentes Vorarbeiten in eine vordere Startreihe in Anbezracht einer rot werdenden Ampel und Ausnutzung der Unkonzentriertheit anderer Verkehrsteilnehmer beim Umspringen auf Grün, um weitere Plätze gut zu machen.
-->Selbst bei den schwierigsten Verkehrssituationen stets den linken Ellbogen irgendwo an der Innenseite der Fahrertür aufgestützt lassen, immer mit der rechten Hand am Schalthebel bleiben udn unter keinen Umständen beide Hände zur Bedienung des Lenkrads heranziehen.
-->Vorrang muss man nicht geben, Vorrang muss man sich nehmen.
-->Blinken ist ein Täuschungsmanöver.
-->Lastwagenfahrer, Busfahrer, Mercedes-, BMW-, und Golf GTI-Fahrer, Lenker mit Hut, Fahrschüler, Mopedfahrer, Fahrradboten und Fahrzeuge der Psot sind Feinde und müssen geschnitten, ausgebremst, abgedrängt und im besten Fall zum Stillstand gebracht werden.
Nochmals: Handle also unter allen Umständen gegen diese Grundsätze.
5.) Lass aber nie einen Zweifel darüber aufkommen, wer das Steuer in der Hand hat, um die hohe Wahrscheinlichkeit möglicher fahrtechnischer Hinweise von weiblicher Seite auf ein Minimum zu reduzieren. Sollten diese, was anzunehmen ist, doch erteilt werden, ersticke sie durch belächelnde Überheblichkeit udn sarkastische Bemerkungen im Keim.
6.) Sollte selbst das nichts nützen, halte den Wagen auch bei erhöhtem Verkaufsaufkommen mitten auf der Fahrbahn an, steig aus und bitte die Frau ans Steuer. Das hilft dann garantiert.
7.) Achte darauf, dass die Stimme des Navigationsgerätes männlcih ist, da die Gefahr besteht, dass Frauen in Gegenwart eines Mannes, der sich von einer anderen Frau etwas anschaffen lässt, deeses Recht ebenso in Anspruch nehmen wollen.
8.) Um alles in der Welt, verkneif dir jeden Fluch.

Seitenangabe für Zitat3: 
234
Verlag: 
Leykamverlag
Auflage: 
1.Auflage
ISBN: 
978-37011-7619-9