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Der Menschenräuber

Bild von Sylli
Verfasst von  Sylli am Sa, 28/01/2012 - 16:50
Inhaltsangabe

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Der erfolgreiche Fotograf Jonathan und seine Frau Jana, eine ehemalige Primaballerina, verlieren ihre erst 18 Jahre alte, künstlerisch hochbegabte Tochter Giselle durch einen tragischen Verkehrsunfall.
Die Schuld daran trägt ein junger Abiturient, der nach einer Feier betrunken am Steuer saß. Da dessen Vater gute Beziehungen zur Justiz hat, fällt das Urteil äußerst milde aus.
Während Jana nach einer angemessenen Trauerzeit wieder zu einem normalen Alltag zurückfindet, ist Jonathan untröstlich. Die Ehe zerbricht, seine Karriere kümmert ihn nicht mehr, und eines Tages verläßt er Deutschland in Richtung Süden.
Wer schon andere Bücher der Autorin kennt, weiß, dass Jonathan in der Toskana landen wird. Hier verliebt er sich in Sofia, die blinde Tochter seiner Vermieter, die Giselle zum Verwechseln ähnlich sieht. Mit ihr baut er sich eine neue Existenz auf, doch Ruhe findet er nicht. Jonathan hat nämlich herausgefunden, dass der Unglückslenker, der Giselle auf dem Gewissen hat, unterdessen ebenfalls Vater einer Tochter geworden ist.

Quellenangaben
Verlag:
Heyne
Erscheinungsjahr:
2011
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
978-3-453-43525-4
Meine Gedanken zum Buch:

Wie alle Bücher, die ich von Sabine Thiesler gelesen habe, war auch dieses spannend, aber mir persönlich zu realitätsferne. Dass ein Vater am Tod seiner Tochter fast zerbricht, ist durchaus nachvollziehbar, aber dass er dafür seine gesamte Existenz aufs Spiel setzt, wohl eher unwahrscheinlich. Und ganz so leicht ist es sicher nicht, in Italien - noch dazu ohne irgendeine vorhergehende Planung - als Betreiber von Ferienwohnungen Fuß zu fassen. Dazu noch die große Ähnlichkeit Sofias mit Giselle, ein abstruser Rachefeldzug und ein von Leichen gesäumter Weg, der schließlich in einem blutigen Finale endet - alles in allem ist das doch recht starker Tobak, der dem Leser da zugemutet wird.
Gegen Dramatik und unerwartete Wendungen hätte ja sicher niemand etwas einzuwenden, aber für meinen Geschmack hat Frau Thiesler in diesem Fall doch etwas zu dick aufgetragen.

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