Der Kameramörder

Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag geschehenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieses Buch scheidet die Geister. Ein Schocker - für alle, die diesen Sezierschreibstil bis zum Ende durchgehalten haben - oder ihn, so wie ich gefesselt bis zum Ende folgten. Zufällig hatten wir damals ein einsames Wochenende in den Bergen von Oberwölz verbracht. Ohne Strom und ohne fließendem Wasser. Oft sah ich vom Buch auf und glaubte mich im Buch, mit all seinen Grausamkeiten. Ich war  wohl an diesem Wochenende kein exzellenter Unterhalter, da ich mich immer wieder komplett schockiert in das Buch verlor. Unsere Bekannten sind mit uns dann auch nie wieder auf diese einsame Hütte gefahren. Vielleicht hatten wir auch nur wirklich zu wenig Schwammerlglück. Einen Bericht zu diesem Almwochenende gibt es auf www.allradfreundegleisdorf.at unter das Tourenbuch/Österreich/August 2003 nachzulesen. Bis heute diskutieren wir, wer denn nun wirklich der Mörder war. Das ist meiner Ansicht nicht 100%ig klar.

Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben. Meine Lebensgefährtin Wagner Sonja und ich nutzten die Osterfeiertage zu einem Ausflug in die westliche Steiermark.

Seitenangabe für Zitat1: 
5

Heinrich rief mit lauter Stimme aus dem Wohnzimmer, es sei 23.28 Uhr. Die Sendung laufe bereits, das Video allerdings noch nicht. In höchster Eile begaben wir uns ins Wohnzimmer und nahmen unsere Plätze ein.

Seitenangabe für Zitat2: 
55

Ich kehrte in Wohnzimmer zurück. Gerade verabschiedete sich Eva. Sie fragte, wann Heinrich ihr ins Bett zu folgen gedenke. Er antwortete, bald. Sie winkte uns zu und verließ den Raum. Heinrich bot mir Chips an.

Seitenangabe für Zitat3: 
81
Verlag: 
Deutscher Taschenbuch Verlag
Auflage: 
Originalveröffentlichung: Berlin 2001
ISBN: 
3423206187

Kommentare

Als ich damals das Buch gelesen hab, war auch ich schockiert. Wer schreibt so etwas, wenn man so etwas schreibt, ist da etwas dahinter, warum schreibt man so etwas.
Ich bin damals gerade von der "Stadt" aufs "Land" gezogen, wo nicht überall Straßenlaternen den letzten Winkel ausleuchten, na mehr hab ich gebraucht...

Ich mußte dieses Buch öfters weglegen, weil ich wirklich geschockt war. Aber die Neugierde, wie es endet war größer. Entsetzlich! Ich habe lange gebraucht, um den Kopf frei davon frei zu bekommen.
 

diesem Buch widmete. Ich habe das Buch bis 05 Uhr gelesen, wollte es zwischendurch immer wieder weglegen um zu schlafen...aber...wer??? ist dieser irre Kindermörder? Der schnelle Textaufbau hat mich gefangen genommen, ich sprang von einem kurzen Satz zum anderen kurzen Satz, es war wie "Stakkato"-und auch ich bin mir nicht sicher ob der Mörder der Mörder gewesen ist.  Zwischendurch aber habe ich mich, der ich doch einiges an menschlichen Seltsamkeiten gewöhnt bin gefragt, "wie" kommt er auf diesen Plot.Empfehlenswert. Ein neuer Glavinic-Fan nach "Die Arbeit der Nacht", "Wie wir leben sollen" und "Der Kameramörder". Der glavinic'sche Rest wird 2010 gelesen.
Wünsche eine schöne Silvesternacht, dass alle gesund im Neuen Jahr ankommen. Liebe Grüße, Franz

Franjo

so glaube ich den Film nicht schaffen. Ich war schon beim Buchlesen schwerst betroffen.
Eine gute Woche lieber Reinhard
Paula