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Der Geheimagent

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am So, 18/11/2007 - 18:53
Inhaltsangabe

der_geheimagent_0.jpgEin nach außen ehrbarer Mann arbeitet für mehrere Auftraggeber als Spitzel und Aktionist. Leider misslingt eine Aktion und er tötet ungewollt. Das hat auch familiäre Folgen.

Zitate

Sie ahnte gar nicht, wie wenig sie in den abgerissenen Sätzen gesagt hatte, die nur in ihrem Kopf zu Ende gesprochen worden waren.

Sie nahm den für die Laufkunden reservierten, starren, unbeeindruckbaren Blick und die steinerne Miene an, und ging hinter den Ladentisch.

Seitenangabe für Zitat2:
213

Denn um eine wirkungsvolle Übertreibung auszusprechen, muß man zunächst die wahren Größenverhältnisse richtig beurteilen.

Seitenangabe für Zitat3:
264
Quellenangaben
Verlag:
Diogenes
Erscheinungsjahr:
1907
Auflage:
Lizenzausgabe v. The Secret Agent
ISBN:
3257202121
Meine Gedanken zum Buch:

Joseph Conrad ist Meister im Formulieren, eine Freude seine Sätze auf der geistigen Zunge zergehen zu lassen. Auch scheußliche Dinge haben da ihren romantischen Reiz. Das Ende ist sich natürlich ergebend. Leider. Wo knickt die Geschichte, wo kann der Protagonist nicht mehr aus? Könnte die Geschichte auch anders ausgehen?

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Bild von Reinhard E. Karner

The Secret Agent

Jetzt habe ich dieses Buch auch in Originalsprache Englisch gelesen. Hab ich mir zu viel vorgenommen? Nun ja, phasenweise war's für mich doch recht schwierig - oftmals blätterte ich im Englisch-Wörterbuch nach. Die Story an sich ist mir ja bekannt. Nun zu den Highlights, deren gab es ja auch genug. Ich möchte hier ein wenig in die Tiefe gehen. Hr. Verloc erscheint sehr souverän, obwohl er seitens des Geheimdiensts und familiär einiges zu durchstehen hat. Bis zum Missgeschick, bei dem sein Schwager ums Leben kommt (I swear it was an exitent!) kämpft er eigentlich nur mit sich selbst, da er als Obermeister der Bombenattentäter ein nur zu biederes Leben führt. Er ist verheiratet, hat Schwiegermutter sowie Schager im Haus und handelt mit Waren aller Art. Er könnte auch nur von seinem Shop leben. Ungemein an Fahrt nimmt das Buch auf, wie ein Routinebesuch bei der Botschaft (=Zentrale des Geheimdiensts) sein direktes gefährliches Wirken begutachtet wird. Es stellt sich heraus, dass der obergefährliche Hr. Verloc nur ziemlich Unspektakuläres "getan" hat. Eigentlich gar nichts. Das erscheint dem Leser durchaus surreal, auch freut es, da man ja gerne für das Gute einsteht. Umso mehr überrascht der plötzliche (überhastete?) Aktivismus von Verloc. Frau Verlocs oberste Priorität ist die Umsorgung ihres Bruders. Er wird etwas zurückgeblieben dargestellt. Gerade deswegen die Umsorung und die große Freude, als auch der Gatte sich um seinen Schwager anzunehmen scheint - er nimmt ihn immer wieder auf Spaziergängen mit. In diese Richtung erfährt der Leser plötzlich sehr wenig, jedoch wird der Schwager in ein Bombenattentat miteinbezogen. Er darf die Bombe plazieren. Dieses Attentat misslingt, die Bombe zündet zu schnell, der Schwager kommt ums Leben. Die wahre Tragödie spielt sich danach im Hause Verloc ab, hier erzähle ich nicht weiter. Will ja nicht alles verraten.
Übrigens gibt es auch einen Film mit Gerard Depardieu, der sehenswert ist.
Sprachlich finde ich den Englischen Ton sehr umgangssprachlich; meine ehemalige Englischlehrerin würde wohl einiges rot anstreichen. Oft errinnerte ich mich an Direktübersetzungen vom Umgangssprachlichen Deutschen ins Englische.
Zitate:
Without emotion there is no action.
S 51
 
But there are more kinds of fools than one can guard against.
S 73
 
Empty shells awaiting demolition.
S78
 
In the dark patches of the orbits the eyeballs glimmeres piercingly.
S 78
 
We ca n never cease to be ourselves.
S 108
 
Truth can be more cruel than caricature.
S 140
 
Let us drink and be merry, for we are strong, and tomorrow we die.
S 264
 
 
 
 
schreibt Reinhard XING

Bild von tedesca

Ich lese gerade Raymond

Ich lese gerade Raymond Chandler, und der wär bei uns in Eglisch glatt durchgefallen :-)
Am coolsten finde ich ja "The girl can dust" für "Die Kleine kann sich verziehen" - für uns klingt das wie eine Parodie, dabei hat Chandler genau dieses Gangster-Clichée in der Literatur geprägt

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