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Der Duft von Schokolade

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 16/12/2009 - 10:20
Inhaltsangabe

Der_Duft_von_Schokolade.jpgFür August klingt es wie ein Traum: Als der junge Leutnant 1881 seinen Dienst bei der k. u. k. Armee Österreich-Ungarn quittiert, liegt ein ganzer langer Sommer in seiner Heimatstadt Wien vor ihm. Erst im Herbst soll er bei seinem Onkel, einem Schokoladenfabrikanten, seine neue Stelle antreten. Dann jedoch trifft er die selbstbewusste Elena Palffy, deren Mann erst kurz zuvor unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, und die unter dem Verdacht steht, ihn umgebracht zu haben. Mit außergewöhnlichen Schokoladenkreationen wirbt August um sie und gewinnt schließlich ihr Herz. Doch nach dem Brand in der Wiener Oper bleibt Elena spurlos verschwunden ...

Zitate

Dann sah er die Schaufenster der Konditorei Demel, ging quer über die Straße und trat ein. Er ging gern ins Kaffeehaus, weil er die Düfte dort liebte. Wie er die Gerüche draußen liebte, so liebte er auch die Aromen im Demel, die in Schleichern in der Luft lagen, sich gemächlich umeinander drehten und alle zusammen die Atmosphäre des Kaffeehauses ausmachten. Als Erstes und am stärksten kam einem, wie als Begrüßung, schon an der Tür der Geruch des frisch röstenden aund aufgebrühten Kaffees entgegen. Dann der Zigarrenrauch, der einzige Duft, den man sehen konnte. Und dann, ganz zart und jeder unverwechselbar, die vielen kleinen Düfte. Bitter, von geraspelter Schokolade. Oder geschmolzen und süß, von den Schokoladen der Damen an kühlen Tagen wie heute, mit einem Hauch Vanille darin.

Seitenangabe für Zitat1:
11

"Es sind noch welche drin!", schrie er los. "Es sind noch welche drin!"
Ein paar Feuerwehrleute drehten sich zu ihm um, grobe, schwere Männer.
"Ich bin Offizier!", schrie August. "Ich sage Ihnen, es sind noch welche drin!"
Die Männer reagierten schnell, ohne auf den Polizeileutnant zu achten, der immer noch dabei war, die Menge zu beruhigen. Sie nahmen die Helme und die Beile und rammten die großen Türen auf. Plötzlich schoss Qualm wie ein Windstoß aus dem Eingang, und die Männer gingen gebückt hinein. August zuckte einen Augenblick, dann warf er sich nach vor, um hinterherzukommen, aber die Polizisten hielten ihn fest. Es dauerte eine Weile, bis ein paar der Feuerknechte endlich wiederkamen. Hustend, voller Panik, weil sie eine leblose Frau heraustrugen und dabei schrien und ihren Kollegen winkten und brüllten: "Hilfe", schrien sie. "Hilfe" Es sind noch welche drin! Hunderte!"

Seitenangabe für Zitat2:
134
Quellenangaben
Verlag:
Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsjahr:
2009
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
ISBN-13: 978-3423138086
Meine Gedanken zum Buch:

Ein sinnliches Leseerlebnis, das einem die Düfte des Kaffees, der Schokolade und Gewürze fast riechen lässt. Frauen, so unterschiedlich wie dunkle, bittere Schokolade und das helle, süße Nougat, ein Mann, für den Gerüche zu Bildern werden, eine Geschichte, wie sie romantischer und dramatischer nicht sein könnte.
Dazu minutiöse Beschreibung der Wienerstadt um 1881, dem Jahr des großen Ringtheaterbrandes, der fast 400 Todesopfer forderte. Bei der Beschreibung des Flammenmeeres wird einem um eine Spur wärmer, doch die Aufbahrung der verkohlten Leiche läßt einen gleich wieder frösteln - eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, die auch der Protagonist August Liebeskind durchmachen muss.
Ein wunderbares Buch, ein Genuss für alle Sinne und auch sprachlich ein Leckerbissen - genau richtig für die Advent- und Weihnachtszeit!
Einzige offene Frage: hat der Mensch, der Klappentext und Kurzbeschreibung geschrieben hat, das Buch auch gelesen??? August hat Elena nicht mit eigens kreiertem Konfekt erobert, sondern mit Dufterlebnissen, und es ist nicht die Wiener Oper abgebrannt, sondern das Ringtheater. Auch wenn dort ebenfalls Opern aufgeführt wurden, ist das doch ein Unterschied, weil es sich um ein anderes Gebäude handelt. So viel nur am Rande.

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Bild von Claudia Maralik

Ich sehe schon, mit dem

Ich sehe schon, mit dem Griff nach diesem Buch hast du wieder mal ein glückliches Händchen bewiesen. Und deiner Beschreibung nach zu urteilen bin ich mir zu 100% sicher, dass "Der Duft von Schokolade" auch genau meinen Geschmack trifft.
Ich sehe schon, 2010 wird für mich wieder ein sehr intensives und abwechslungsreiches Lesesjahr.... ;-)

Bild von headmaster

Auf dem Wunschzettel

ist es bei mir auch schon gelandet! Ich glaub' ich brauche demnächst einen Lottogewinn, um alle meine Buchwünsche zu erfüllen und dann eine lesebedingte Frühpension...Das wär doch mal ein anerkennenswerter Grund, oder?

Bild von tedesca

Lottogewinn und eine

Lottogewinn und eine Lagerhalle!
Wenn es Bildungskarenz gibt, könnte es doch auch Bildungspension geben - lt. Jasper Fforde wäre das sicher ein patentes Mittel gegen die stetig zunehmende Volksverblödung, meinst Du nicht? :-)

Bild von headmaster

Das wär sicher fein,

nur nach Jasper Ffordes Theorie müssten wir, um den Blödheitsüberschuss der Welt loszuwerden, etwas ganz selten Dämliches tun...sowas wie: alle Stopptafeln blau anmalen und mit Weihnachtsmannmützchen verzieren...damit die globale Blödheit abgebaut wird...;-)

Bild von tedesca

Naja,

dann hätten wir ja Zeit für derartige Spompernadeln ... :-)

Bild von erdbeva

stimmt....

....über den Klappentext hab ich mich i auch gewundert.....
Das Buch hat mich gleichermaßen fasziniert wie "schnupperfreudig" gemacht - einmal ein etwas anders Leseerlebnis....

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