"Das war keine schöne Zeit" - Erinnerungen an Kindheits- und Jugendjahre in der NS-Zeit

Interviews zwischen jung und alt über die Zeit im 2. Weltkrieg. Ältere Menschen aus Nitscha erzählen wie das Leben vor, nach und im Krieg war, wie sie Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder Geburtstag gefeiert haben, womit sie gespielt haben, was sie in ihrer "Freizeit" gemacht haben und was sie von Hitlers Einmarsch oder den Judenmärschen mitbekommen haben. Mit vielen Bildern, von der Kindheit dieser Menschen und während den Interviews.

Meine Gedanken zum Buch: 

Es war spannend bei diesem Projekt mitzuarbeiten. Ich finde das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Nicht nur das Buch, sondern auch der Film dazu. Buch und Film gibt es übrigens im Gemeindeamt Nitscha zu kaufen.

Zitate: 

Antonia Urdl: "Von der deutschen Propaganda bekamen wir zwar nicht allzu viel mit - Radiogerät hatten wir keines. Das, was wir hörten, hielten wir jedoch für die Wirklichkeit, z.B. die Ausschreitung der Tschechen gegen die Deutschen. Vor dem Einmarsch gab es in einem Nachbardorf schon Aufmärsche und Heil-Hitler-Rufe, ich wäre gern dabei gewesen, aber die Eltern hatten es streng verboten."

Seite 51

Johanna Großschädl: "Am Ostersonntag 1945 haben sie sehr viele Juden durchgetrieben. Ich weiß nicht, woher sie gekommen sind. Überall sind die jungen Männer ins Haus und haben gebettelt. Bei vielen Häusern stand noch das Weihfleisch, das haben sie alles 'gefladert'. Sie haben alles gegessen, gleich ob Saufutter, Rüben, rohe Erdäpfel."

Seite 67
Verlag: 
Eigenverlag
Auflage: 
Erstauflage

Kommentare

finde den Zugang zum Thema jedoch gut gelungen. Diese Zeit hat stattgefunden und darf nicht verleugnet werden. Zeitzeugen sind für die Friedenserhaltung wichtig. Durch dieses Buch leben diese Zeitzeugen in alle Ewigkeit. Auf dass der Friede uns immer begleite.
schreibt Reinhard

Der Hauptgedanke bei diesem Projekt war eben, dass die Zeitzeugen mit der Zeit "aussterben" und es dann niemanden mehr gibt der darüber berichten kann, wie es damals war.

Ich war bei der Präsentation des Buches bzw. der DVD dabei und ich gratuliere euch zu diesem Projekt. Auch ich finde es sehr wichtig, die Zeitzeugen erzählen zu lassen um etwas von diesem schrecklichen Gefühl zu konservieren, das ein Krieg mit sich bringt.
Wie schon Reini schreibt: Auf dass der Friede uns immer begleite.
 

Ich kenne die Gegend und die Leute, die hier ihre Erlebnisse erzählt haben.
Krieg, Not und Hunger sind sonst Gott sei dank immer weit weg. Aber dass es auch hier so war, dass diese Leute das selbst erfahren und erlebt haben, gibt der Sache gleich eine ganz andere Aktualität.
Danke, dass ihr dieses Projekt gemacht habt!
Damit nicht alles mit den Jahren verlorengeht.