Das größere Wunder

Jonas ist Tourist in einer Todeszone, er nimmt an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teil.

Meine Gedanken zum Buch: 

Jonas kann sich alles leisten, ein einfacher Start in ein Traum-Buch-Universum. Nichts wird ihm abgesprochen und als sein Gönner stirbt, kommt der nächste in sein Leben, der ihn forthin beschützt. Interessant sind die unterschiedlichen und parallel-chronologischen Zeitebenen der Kapitel. Immer wieder erzählt Glavinic , neben der Rahmenhandlung am Mount Everest, auch die Kindheitsgeschichte, bis sich die Handlungen treffen. Mir persönlich wird hier zu viel gereist, und die ganze Welt ist ihm nicht interessant genug. Ein mysteriöses Haus spielt eine nicht unwichtige Rolle in der Kindheit, Schlüssel tauchen geheimnisvoll auf und keiner ist's gewesen. (Da könnte Glavinic noch einen Jugendroman folgen lassen ...) Da hofft man richtig, dass sich hier ein Rätsel löst, aber nicht, gegen Ende ist dieser Handlungsstrang auch zu unwichtig. Daraus hätte sich ein wenig roter Faden spinnen lassen, aber diesen wollte Glavinic sichtlich nicht. Ich empfehle dieses Buch allen richtigen Bergsteigern, die in Eis und Kälte schon was erlebt haben, ich kann es nicht abschätzen, ob sich das so abspielen kann - aber ich verrate natürlich nichts. Besser als "Die Arbeit der Nacht" jedoch kann es nicht an "Kameramörder" oder "Wie man leben soll" heranreichen.

Zitate: 

Immer wieder musste er sich selbst zurückrufen, um sich nicht im Getöse dieses Nichts zu verlieren.

Seite 367
Verlag: 
Hanser
Erscheinungsjahr: 
2013
Auflage: 
1.
ISBN: 
9783446243323