Das dreizehnte Kapitel

Eine Frau und ein Mann gehen ein Briefabenteuer ein, das nur deshalb sein darf, weil es aussichtslos ist: Ihre Briefe bleiben Hängebrücken über einen Abgrund namens Wirklichkeit. Ein bewegender, lebenskluger, ja aufregender Roman über die Liebe.

Meine Gedanken zum Buch: 

Starte nun doch damit, obwohl diese gewisse Thematik-Ähnlichkeit mich weiterhin ein wenig voreigenommen macht. "Alle sieben Wellen" von Glattauer lassen grüßen?

Verlag: 
rowohlt
Auflage: 
1.
ISBN: 
9783498073824

Kommentare

  1. Unser Unwissen wächst mit unserem Wissen. (M. Walser)

     
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  2. 4m
    Mir ist, was ich empfinde, zu schade zum Verplaudern. (M. Walser)

     
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  3. 5m
    Seit ein Gespräch wir sind und hören können von einander. (M. Walser zitiert Hölderlin)

     
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  4. 5m
    Weil überall aus Rücksicht alles unterbleibt, was nicht unterbleiben dürfte, entsteht ein Bedürfnis nach Rücksichtslosigkeit. (M. Walser)

     
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  5. 7m
    Lass alles weg, was du nicht kannst, dann bist du gut. (M. Walser)

     
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  6. 7m
    Natürlich ist es schon luxuriös, wenn das Älterwerden das einzige Bedrohliche ist. (M. Walser, aus "Das dreizehnte Kapitel", S 46)

 

  1. Das elendste Wort überhaupt: warum. (M. Walser)

     
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  2. 1m
    Ich selber bin mir am liebsten teilnahmslos. (M. Walser)

     
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  3. 2m
    Dass ich so anfällig bin für das Inkoordinable, habe ich nicht gewusst. (M. Walser)

     
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  4. 3m
    Wenn dann später alles lange her ist, wird bekanntlich alles erträglicher. (M. Walser)

     
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  5. 3m
    Sie verlieren nichts, weil Sie nichts gehabt haben. Außer einer Illusion. (M. Walser)

 

  1. Ich sage keinem Menschen, an was ich nicht denken will. (M. Walser)

     
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  2. 1 Min.
    Ich kann mühelos aufzählen, an was ich nicht denken will. (M. Walser)

     
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  3. 2 Min.
    Was ich nicht denken will, denke ich nicht. (M. Walser)

     
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  4. 2 Min.
    Ich sei, schreibt er, eine Frau, die ihn an keine andere Frau erinnere. (M. Walser)

     
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  5. 3 Min.
    Die Schatten der Bäume schwanken heftiger als die Bäume. (M. Walser)

     
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  6. 3 Min.
    Ich will nur noch erfahren, was ich mir auch merken kann. (M. Walser)

     
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  7. 5 Min.
    Das meiste machte auch an diesem Abend das Lagerfeuer. (M. Walser)

 

Gott sei Dank mehr als bei Glattauers "Nur gegen Nordwind". Walser geht, wie immer, der Sache sehr auf den Grund. Die Unmöglichkeit als Basis für eine komplett offene (wenn auch nur schriftliche) Liebesbeziehung. Außerehelich und auch ohne sexuellen Touch. Trotzdem mit vollster beiderseitiger Wertschätzung und Hingabe. Dass diese einfachen, zentralen und treffsicheren Sätze so spontan sprudeln, mag man sich gerne vorstellen, aber was zeigt uns die Wirklicheit? Meist Nicht-Gesagtes, Falsch-Verstandenes und Nicht-Ausgesprochenes. Walser lehrt uns (positivst) den Dingen ruhig einen Namen zu geben und gibt's mal keinen Namen oder ist nur ein Gefühl da, dies auch anzusprechen und darüber zu reden. Oder eben auch nicht. Fantastisch die Ruhephasen, die sie sich als Paar immer wieder (auch von einander) gönnen. Man wird das Gefühl jeoch nicht los, dass diese so vordergründig runde Geschichte einen Haken hat. Darüber denke ich noch nach - wahrscheinlich während des gesamten nächsten Buches oder noch weit länger. Lesenswertes Buch. Freue mich auf weitere Meinungen.