Das Versprechen

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New York, 1940: Für die zwölfjährige Lou bricht eine Welt zusammen, als ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben kommt. Ihre Mutter liegt seither im Koma, so dass Lou und Brüderchen Oz zu ihrer Urgroßmutter Louisa Mae geschickt werden. Nur: Die alte Dame wohnt jenseits von Elektrizität und Komfort auf einer Farm inmitten der Appalachen von Virginia.
Lous neue Welt ist die von vorgestern: Bei Louisa Mae gibt es weder Strom noch fließend Wasser, dafür aber jede Menge harter, körperlicher Arbeit. Doch kaum haben sich die beiden Großstadtkinder an die rauhe Bergwelt gewöhnt, wird ihr Zuhause erneut bedroht: Eine Firma hat auf Louisa Maes Grund Erdgas entdeckt und will die widerspenstige Dame vertreiben -- koste es, was es wolle. Ausgerechnet jetzt erleidet Louisa Mae einen Schlaganfall und es ist an Lou und Oz, ihrer Urgroßmutter beizustehen. Auch wenn nur noch ein Wunder helfen kann.

Meine Gedanken zum Buch: 

Baldacci ist eigentlich eher bekannt für seine Thriller (es sei aber dazugesagt, dass ich selber noch keinen davon gelesen habe). Bei "Das Versprechen" handelt es sich allerdings um einen Familienroman und der ist meiner Meinung nach gut gelungen. Die beiden Kinder Lou und Oz kommen nach dem Unfalltod ihres Vaters gemeinsam mit ihrer im Wachkoma liegenden Mutter vom wohlhabenden, fortschrittlichen New York zu ihrer Großmutter aufs Land, in die Berge Virginias, wo die Zeit seit Jahrzehnten still zu stehen scheint. Die Kinder lernen fortan, was es heißt, von der Hand in den Mund zu leben.
Mir hat der Roman deshalb gut gefallen, weil ich die Charaktere interessant fand und sie die Situation in der Zeit der wirtschaftlichen Krise in Amerika in den ärmlichen Regionen widerspiegeln. Da ist der verwaiste Junge Diamond, der nichts hat außer einem Dach über dem Kopf, seinem Hund und ein paar zerlumpten Klamotten und dennoch nur so strotzt vor lauter Lebensfreude, der schwarze Arbeiter Eugene, der von der Großmutter und den Kindern wie ein Familienmitglied behandelt wird, während man den Eindruck hat, dass andere den Vorzug eines Andersfärbigen nach wie vor nur darin sehen, sich diesen als Sklaven halten zu können und die strenge, aber dennoch liebevolle Großmutter, die aller verlockenden Angebote zum Trotz ihr Land um jeden Preis behalten möchte. Die kleine, trotzige Lou und der kleine, verängstigte Oz entwickeln sich im Laufe der Zeit zu verantwortungsbewussten Teenagern, denen die einfache Lebensweise bald selber ans Herz wächst. Das Ende - na ja - irgendwie habe ich es so erwartet, aber es war mir dann vielleicht doch ein bisschen Zufall und Wunder zu viel. Ansonsten aber ein empfehlenswertes Buch, das einen dazu anstößt, sich wieder einmal über die wahren Werte des Lebens Gedanken zu machen.

Verlag: 
Verlagsgruppe Lübbe GmbH
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
3-7857-2066-1

Kommentare

Sorry

Das Versprechen (1958) ISBN 3-423-01390-7 ist ein Kriminalroman des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt , der aus seiner Drehbuchvorlage zum Film Es geschah am hellichten Tag entstand. (Quelle Wikipedia)

Ich habe den Roman in meinem Bücherschrank -mehrfach gelesen - und den Film irgendwo als altertümliches Video auf Band !

Ich mag es einfach nicht wenn solche - bekannten und ausgezeichneten - Titel "nachkomponiert" werden, in welchem Genre auch immer !!!

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

Das ist zum Beispiel etwas, was mich nicht stört. Der amerikanische Originaltitel lautet "Wish you well" - ich versteh ja oft ohnehin nicht, wie man dann manchmal auf die absurdesten deutschen Übersetzungen für die Buchtitel kommt, v.a. wenn es schon ein bekanntes Werk mit diesem Titel gibt. Aber aufregen kann ich mich deswegen darüber nicht!

Ich glaube nicht, dass auch nur irgendjemand im Verlag bei der Gestaltung des Titels an Dürrenmatt gedacht hat, sondern dass man einfach einen zugkräftigen Namen für das Buch gesucht hat. SO bekannt ist das Werk unter diesem Titel ja nun auch nicht wieder (ganz im Gegensatz zum Film, natürlich), und ärgern kann ich mich über sowas schon garnicht, da bist Du nicht allein Wink

Ja das mag ja heute sein, das Plagiat oder besser "Ausleihungen" von Ideen salonfähig geworden sind !
Es mag auch sein dass die heutige Jugend nicht mehr zur Literatur hingeführt wird (werden soll) um kurzlebigen, schnell sich verkaufen "Bestsellern" den Weg zu ebnen.
All´dies nehme ich zur Kenntnis - nur finde ich es weder gut noch richtig und Dürrenmatt -richtig wer kennt den heute noch- Perry Rodan ist sicher bekannter, diese alten Klamotten der Weltliteratur wer braucht die schon ! Klar verstehe

Rotbart

P.S. Zum Englisch - dem unbekannten Wesen

Wish You well bedeutet "Alles Gute" "Alle Gute für Dich" etc. dass ist ja nun so direkt mit dem Versprechen wohl nicht zu übersetzen oder ?

Es gibt keine schlechten Bücher -
es gibt nur unfähige Autoren

Dass Titel nur sehr selten wörtlich übersetzt werden, ist aber auch bekannt, oder? Und danke für die Englischstunde, man lernt ja wirklich nie aus...