Das Rätsel von Paris

Am Vorabend der Weltausstellung von 1889 geben sich die »Zwölf Detektive« in Paris ein Stelldichein: Die berühmtesten Vertreter der Detektivzunft möchten der Welt die neusten Ermittlungsmethoden und ihre spektakulärsten Kriminalfälle präsentieren. Aus der unbeschwerten Zusammenkunft wird Ernst, als einer der »Zwölf« unter mysteriösen Umständen vom gerade errichteten Eiffelturm zu Tode stürzt. Nachdem kurze Zeit später auf dem Ausstellungsgelände eine verkohlte Leiche entdeckt wird, zweifelt niemand mehr an einem Serienverbrechen. Nun gilt es für die Meisterdetektive, ihr Können unter Beweis zu stellen und das Rätsel von Paris zu lösen. Mit viel Fantasie, Witz und Spannung verhilft Pablo De Santis den großen Detektivgestalten der Weltliteratur zu einem neuen Auftritt und setzt der Detektivgeschichte ein literarisches Denkmal.

Meine Gedanken zum Buch: 

De Santis schreibt in gewohnter Manier ein Buch der besonderen Art. Sprachlich bis ins letzte ausgefeilt sagt er vieles zwischen den Zeilen und macht so diese spannende Geschichte gleichzeitig zu einer philosophischen Reise ins endende 19. Jahrhundert. Schemenhafte Figuren verdichten sich oder tauchen unter in einem Nebel aus tiefgründigen Andeutungen und abartigen Verirrungen, der junge Sigmundo torkelt von einem Wirrnis ins nächste und durchschaut trotz seiner Unerfahrenheit letztendlich das Spiel, das mit ihm getrieben wird. Paris 1989, die Weltausstellung, die Eröffnung des umstrittenen Eiffelturms - dies sind die Kulissen, hinter denen der junge Adlatus ermittelt und Schicht für Schicht den glänzenden Lack der Gemeinschaft der zwölf Detektive abträgt, während die großen Meister sich in Selbstgefälligkeit und Konkurrenzdenken ergehen. "Das Rätsel von Paris" ist ein spannendes Buch, das mit einem Augenzwinkern viel mehr erzählt, als nur eine Kriminalgeschichte. Ein Tipp für alle, die gern intelligente und gut geschriebene Krimis lesen, die über simplen Mord und Totschlag weit hinausgehen.

Im Moment der größten gedanklichen Klarheit sind wir dem Wahnsinn am nächsten.

Seitenangabe für Zitat1: 
19

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass niemand der ist, der er sein möchte: Wir alle sehnen uns nach etwas anderem, laufen einem Ideal nach, das wir nicht von der Realität beschmutzt sehen wollen. Der Dirigent wäre gern ein Schwimmer im offenen Meer, der anerkannte Maler ein guter Fechter, der Schriftsteller, der es mit den Tragödien zu Ruhm gebracht hat, ein einfacher Abenteurer. Das Schicksal nährt sich aus dem Irrtum, der Ruhm aus der Reue.

Seitenangabe für Zitat2: 
143

Sie wußten hier draussen nicht, welcher Platz der ihre war. Im wahren Leben werden die Sitzplätze ohne Nummern verkauft.

Seitenangabe für Zitat3: 
245
Verlag: 
Unionsverlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3293004139