Das Kupferne zeichen

Ellenweore, die 12 jährige Tochter eines Schwertschmieds, lebt in Orford in England und wir befinden uns im Jahr 1161. Ellenweore wird meistens nur Ellen gerufen und hilft oft in der Schmiede ihres Vaters. Ihr einziger Wunsch ist Schwertschmiedin zu werden und ein Schwert für den König zu schmieden. Nach einer schlimmen Entdeckung ihre Mutter betreffend flieht sie von zu Hause. Sie verkleidet sich als Junge, nennt sich nun Alan und beginnt eine Lehre als Schmied. Sie wird als Junge akzeptiert und findet schließlich einen Platz beim berühmten Schwertschmied Donovan als Lehrling. Sie zeigt großes Talent und als der Schmied zum König in die Normandie gerufen wird darf sie mit.
Immer in der Gefahr als Mädchen enttarnt zu werden, lernt sie zwei Jungen kennen, Thibault und Guillaume, die sich in der Ausbildung zum Ritter befinden. Sie vertraut sich einem Mädchen an das sie dann auch verrät. Die zwei jungen Männer werden sie durch die Geschichte begleiten; in einen ist sie unsterblich verliebt, kann sich aber nicht zu erkennen geben bis sie ihr Dasein als Junge aufgibt. Der andere wird sie verfolgen und ihr großes Leid antun.

Meine Gedanken zum Buch: 

Wer historische Romane mag, wird dieses Buch lieben! Ich fühlte mich in die damalige Zeit versetzt und lebte, reiste, liebte und litt mit Ellen. 20 Jahre aus dem schwierigen Leben eines jungen Mädchens, das konsequent ihr Ziel verfolgt. Katia Fox zieht einen mit in ihrem Bann und gleichzeitig lernt man die Geschichte besser kennen. Das Leben einer Frau war nicht einfach und schon gar nicht wenn sie beruflich etwas wollte, dass nur Männern vorbehalten war. Das Buch liest sich leicht und lässt sich sehr schwer aus der Hand legen. Die geschichtlichen Fakten erdrücken einen nicht sondern fließen einfach mit, und im Übrigen auch sehr gut recherchiert. Ein wirklich tolles Buch für alle die historische Romane lieben.
Das Kupferne Zeichen ist das erste aus einer Trilogie von Katia Fox. Alle drei Bücher sind in sich abgeschlossene Geschichten aber das erste Buch ist mein Lieblingsbuch aus der Trilogie und ich weiß nichts Negatives darüber zu sagen.

Herrgott, Ellenweore, wenn du doch nur ein Junge wärst!« Osmond sah sie trotz des Fluchs stolz an und wischte mit der Hand über den Amboss, um den Zunder zu entfernen. »Ist doch wirklich ein Jammer. Da habe ich einen Sohn, der sich aus der Werkstatt stiehlt, sobald ich ihm den Rücken zukehre, und meine Kleine hier hat das Schmieden im Blut.« Er klopfte ihr zufrieden auf die Schulter. Osmond lobte sie nicht oft.

Seitenangabe für Zitat1: 
1

Während der ersten Wochen hatte Ellen die schlimmsten Muskelschmerzen ihres Lebens. Manchmal taten ihre Schultern so weh, dass sie kaum den Hammer heben konnte. Verbissen versuchte sie, sich nichts anmerken zu lassen, und hielt tapfer durch. Llewyn schien sie für einen schwächlichen Knaben zu halten, der nur hart genug arbeiten musste, um mehr Kraft zu bekommen, und schonte sie nicht. In den ersten Monaten waren Ellens Hände übersät mit Blasen, die durch die Reibung am Holzstiel immer wieder aufplatzten und zu bluten anfingen. Manchmal schossen ihr vor Schmerz die Tränen in die Augen, aber Llewyn tat, als bemerke er es nicht. Todmüde wankte sie abends aus der Schmiede, mit einem tiefen Gefühl von Mutlosigkeit und Verzweiflung und der ständigen Angst, den nächsten Tag nicht zu überstehen. Oft war ihr so schlecht vor Erschöpfung, dass sie nicht einen Bissen hinunterbrachte, auf ihren Strohsack kroch und weinend in einen schwarzen, traumlosen Schlaf sank.

Seitenangabe für Zitat2: 
32
Verlag: 
Bastei Lübbe
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
13: 978-3404157006