Briefe an den Heiligen Vater

Cover_Briefe_kl.jpg Die Briefe, die Karin Afshar an den Heiligen Vater schreibt, stellen Momentaufnahmen aus ihrem Leben in Zeitlupe aufgenommen, spontan zu Papier gebracht oder mit dem Abstand vergangener Jahre nach-durchlebt dar.
Dem Leser begegnen darin Vertrautes und völlig Fremdes, Empfindungen und Gedanken, die hier seine Zustimmung, dort seinen Widerspruch wecken. Die, die diese Briefe schreibt, stellt Fragen, wie jeder von uns sie sich von Zeit zu Zeit stellt, vor allem aber stellt sie das in der Welt Gesehene, im Leben Vorgefundene und sich selbst infrage.

Meine Gedanken zum Buch: 

Im Lesen der Lebensweg-Geschichten eines anderen Menschen gleichermaßen zu den Ruinen und Denkmälern eigener Vergangenheit geführt zu werden und dann unvermittelt wieder vor dem Unbekannten zu stehen und Kennen-Lernen zu dürfen, das hat eine besondere Faszination und einen ganz besonderen Selbst-Wert. Einzigartigkeit eines jeden Menschen und gemeinsame Wurzeln, zwei Pole dessen, was für mich Leben ausmacht.

 Unsere Vereinzelung haben wir auf die Spitze getrieben,
und jetzt kehrt die Macht des Kollektivs mit seinen stren-
gen Moralvorstellungen zurück, denn es scheint nicht ohne
sie zu gehen..
Mir wird Angst und Bange dabei, denn ich weiß, was es
mit jemandem macht, der zu denken gelernt hat und ein
Bewusstsein hat.

Seitenangabe für Zitat1: 
17

 In welcher Sprache wir miteinander
gesprochen haben, ist dem Vergessen anheim gefallen.
Es war die Zeit von Elvis Presley und die Anfänge von
Radio Luxemburg. Und von sonntagsnachmittäglichem Kaffeetrinken,
nach dem Mittagsschlaf, der dem Mittagessen
gefolgt war, dem der Kirchgang vorausgegangen war.

Seitenangabe für Zitat2: 
41

 Wenn Dinge grundlegend gewandelt werden müssen,
ergreift man dr-akonische Maßnahmen. drakon beherrscht
die lichtnahen Elemente der Luft und des Feuers.
Diese Art von Drachensein muss allerdings erlernt, sogar
 nachgerade erkämpft werden, umsonst bekommt man die
Drachenkräfte nicht. In der Begegnung mit dem Drachen
geht es nun jedoch nicht in erster Linie darum, diesen zu
besiegen oder gar zu zerstören, sondern es geht darum, ihn
zu zähmen und somit seine Kraft nutzbar zu machen.
 
 

Seitenangabe für Zitat3: 
137
Verlag: 
Khorshid Verlag
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
ISBN 978-3-937194-19-6

Kommentare

Deine Gedanken zum Buch haben mich zum Nachdenken angeregt

Lieber Markus,
damit hat ja mein Kommentar dann schon das getan, was auch das ganz Buch tut.
Es regt wirklich an, über Dinge und Ereignisse nachzudenken, sie auch mal von einer anderen Seite zu betrachten, weiterzudenken - im Lesen eben Alltägliches wieder wahrzunehmen und zu hinterfragen, ob das alles so sein muss oder nur so ist, weil es bisher so war.
 
Aus meiner Sicht eben das, was ich mir von einem guten Buch wünsche:
dass es mich über das Lesen hinaus noch lange begleitet und beschäftigt.
 
Ich wünsche Dir viele gute Gedanken und schicke einen Sonnengruß aus Lübeck Wink
Doris
 
 

auf www.plautz.at könntest du`s dir bestellen - geht ganz einfach per Mausklick von dieser Seite aus - im Lieferprogramm haben sie`s,  ich hab mich gestern schon danach erkundigt Lol

Habe mir die Inhaltsangabe und deine Gedanken zu diesem Buch schon mehrmals durchgelesen - es scheint ein Buch zu sein, das den Leser in seinem Inneren berührt, das die Gedanken gefangen nimmt, ....
Du hast meine Neugier geweckt, .....
 
Gruß aus der Steiermark
Claudia

Stimmt, es berührt und verbindet irgendwie eigene Vergangenheit und die Welt, in der wir gerade leben.
Schwer zu beschreiben, da klingen so viele Dinge an und nach. Das Gelesene bleibt lange präsent, weil es durch den Alltag begleitet und viele kleine Fingerzeige setzt. Es nimmt gefangen, aber es öffnet auch den Blick...
 
Herzliche Grüße zurück von der Ostseeküste
Doris

KaRiNaF
 
Dürfen die Autoren selbst auch einen Kommentar zu ihrem eingestellten Werk geben? Und ist das erwünscht? Ich bin jedenfalls für Fragen offen.
Viele Grüße
Karin Afshar

KaRiNaF

Ich finde es toll, dass sie sich zur Verfügung stellen, falls es fragen gibt.
Der Austausch mit der Autorin kann sicher bereichernd sein.

LG Markus

KaRiNaF
 
... selbst sollte natürlich für sich stehen. Einmal aus der Hand/aus dem Kopf gegeben, gehören die Gedanken nicht mehr dem Schreiber alleine. Seine Geschichte ist zwar seine persönliche, aber manche Geschichten tun sich zusammen und innerhalb einer Zeitströmung zeigen sie den Charakter dieser Zeit. Peter Sloterdijk hat dazu etwas geschrieben: "Du mußt dich ändern" heißt sein Buch.
 
Ein schönes Wochenende
 
KA

KaRiNaF

Hallo Karin,
 
ich finde schon, dass sie das "dürfen", warum auch nicht? Es trägt ja wesentlich zum Verständnis eines Werkes bei, wenn die Autorin ihre grundlegenden Gedanken dazu äußert oder für eine Diskussion zur Verfügung steht.
 
Was ich persönlich überhaupt nicht mag, ist, wenn ein Schriftsteller sein Buch unter einem falschen Namen einstellt und danach mit "WOW, so ein tolles Buch" bewirbt, das finde ich uns Lesern gegenüber unfair. Passiert hier selten, in anderen Foren andauernd.
 
Liebe Grüße
Germana

KaRiNaF
 
Hallo Germana,
als ich das Buch plante, rieten einige Freunde, ich sollte ein Pseudonym verwenden. Während ich schrieb, kam mir ebenfalls der Gedanke, denn es sind durchaus persönliche Dinge darin angesprochen. Aber dann dachte ich, dass ich mich stellen möchte. Der Kritik wie den anderen Meinungen zu den angesprochenen Themen. Warum verstecken? - Das Buch muss nun allerdings seinen Weg alleine finden, ich werde es nicht unter falschem Namen "bewerben".
Ich danke Doris Killmer dafür, dass sie es hier eingestellt hat! Schöne Grüße in den Norden!!!
Karin Afshar

KaRiNaF

Hallo Karin,
an einem Pseudonym finde ich nichts Schlechtes, so lange es man als Autor dann auch verwendet, wenn man sein Buch bewirbt oder es eben aufdeckt, wie immer man möchte. Ich mag nur diese Schleichwerbung nicht, die einige Autoren betreiben, da komme ich mir immer etwas ver.... vor.
Und ich denke, Du hast das auch nicht notwendig, denn Dein Buch wird hier ja sehr gelobt. Meine Sache ist es eher nicht, da mich die Thematik nicht anspricht, aber die anderen sind ja sehr beeindruckt, also hast Du keinen Grund, Dich zu verstecken Smile
Liebe Grüße
Germana

Hallo Germana,
ich war wie so oft wieder einmal etwas langsam; diese Antwort (oder "Einmischung") wäre schon vor 2 Monaten fällig gewesen, aber manchmal spielt uns das Privatleben da Karten in die Hand, die anderes völlig in den Hintergrund geraten lassen.
Aber auch wenn ich eine ganze Weile irgendwo nicht auftauche - an Orte (und das gilt auch im Internet), die mir gefallen haben, komme ich immer gern wieder zurück.
Ich hoffe, dass die Frage, ob nun Selbstdarstellung unter zwei Namen oder doch Beiträge zweier Personen, längst gelöst ist. Wir sind nämlich wirklich 2, allerdings würde manchem vermutlich eine von uns reichen Wink
 
Liebe Grüße von der gerade gewittergebeutelten Ostseeküste
Doris
 
 
 
 

KaRiNaF
 
... ist wieder unterwegs.  Das gibt fast wieder einen neuen Brief. Er könnte sich z.B. damit befassen, was uns Füße zu sagen haben.
Gruß
Karin Afshar

KaRiNaF