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Blauer Hibiskus

Bild von Paula Gölles
Verfasst von yellow bookreader Paula Gölles am Do, 04/03/2010 - 23:18
Inhaltsangabe

Eine Tochter aus gutem Hause entdeckt die Welt-das Haus liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern. Die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen geprägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15 jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihre Familie auseinander fiehl, ihr Land im Terror versank und ihre Kindheit zu Ende ging. Ein verzweifelt-schönes, traurig-süßes, außergewöhnliches Buch.

Zitate

Euer Papa-Nnukwu ist kein Heide, Kambili. er ist Traditionalist, sagte Tante Ifeoma. Ich starrte sie an. Heide, Traditionalist, was machte das für einen Unterschied? Er war kein Katholik. das war alles, er gehörte nicht dem Glauben an. Er war einer von den Menschen, für deren Bekehrung wir beteten, damit sie nicht im ewigen Höllenfeuer schmoren mussten.

Seitenangabe für Zitat1:
88

Sie hat ihre Periode bekommen und hat Krämpfe--. sagte Mama. Jaja fiel ihr ins Wort. Ich habe ihr gesagt , sie soll Cornflakes essen, bevor sie Panadol nimmt, Papa. Ich habe sie ihr gegeben.
Hat denn der Teufel euch allen befohlen, sein Werk für ihn zu verrichten? Hat sich der Teufel schon ein Zelt in meinem Haus errichtet?
Langsam öffnete er seinen Gürtel. Es war ein schwerer Gürtel. Er landete zuerst auf Jaja, quer über seine Schulter. Dann traf er Mamas Oberarm, dann meinen Rücken.

Seitenangabe für Zitat2:
109

Ich wusste nicht, dass mir die Tränen übers Gesicht liefen, bisPater Amadi die Hand ausstreckte und sie abwischte. Sanft strich seine Hand über meine Wange. Dann nahm er mich in seine Arme und hielt mich fest.

Seitenangabe für Zitat3:
288
Quellenangaben
Verlag:
Luchterhand Literaturverlag, München
Erscheinungsjahr:
2005
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
3-630-87181-X
Meine Gedanken zum Buch:

Eine einfühlsame und berührende Geschichte über ein Kind, das zu früh in seinem Leben mit religiös motivierter Intoleranz und den hässlichen Seiten des nigerianischen Staates konfrontiert wird.
Ich konnte das Buch fast nicht weglegen, weil es mich so in den Bann zog.

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Bild von Gabi Konrad

Danke für diese Empfehlung,

Danke für diese Empfehlung, Paula!
 
Dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Mit einer wunderschönen, bildlichen Sprache erzählt Chimamanda Ngozi Adichie die Geschichte von Kambili und ihrem Bruder Jaja. Selbstverständlich nehmen die Geschwister die Unterdrückung durch ihren Vater hin, bis sie bei ihrer Tante erleben, dass das Leben viel freier und glücklicher sein kann, als sie es kennen.  Zitat S. 154: "'Euer Vater möchte, daß ihr noch ein paar Tage hierbleibt.' Jaja lächelte so breit, daß auf seinen Wangen Grübchen zu sehen waren. Ich hatte gar nicht gewußt, daß er sie besaß."
 
Es ist erschütternd, wie falsch der Vater den christlichen Glauben auslegt. Wie kann er dem Großvater den Zutritt in sein Haus verweigern, was ist dabei christlich? Wie kann er so grausam zu seiner Familie sein?
 
Obwohl es sich um ein wirklich schwieriges Thema handelt, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, da die Geschichte zartfühlend aus der Sicht Kambilis erzählt wird. Sie weckt die Lust, mehr über Nigeria erfahren zu wollen.
 
 

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