Biss zum ersten Sonnenstrahl - Das kurze zweite Leben der Bree Tanner

Ich beobachtete, wie sich sein Körper veränderte. Er kauerte sich auf das Dach, mit einer Hand an der Kante. Seine ganze seltsame Freundlichkeit verschwand und er wurde zum Jäger. Das war etwas, das ich kannte, etwas womit ich mich wohlfühlte, weil ich es verstand.
Ich schaltete mein Gehirn ab. Ich holte tief Luft und atmete den Geruch der drei Menschen da unten ein. Es waren nicht die einzigen Menschen in der Gegend, aber die, die uns am nächsten waren. Wen man jagen wollte, musste man entscheiden, bevor man seine Beute roch. Jetzt war es zu spät, um noch irgendetwas zu ändern.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieser 5. Teil der Biss-Reihe kann mit den vorigen 4 Bänden durchaus mithalten - allerdings nur, was den Preis betrifft.
 
Die Geschichte um Bree ist zwar nett zu lesen, aber sie konnte mich nicht fesseln, nicht in ihren Bann ziehen, wie ich es von den anderen Teilen gewohnt war. Es fehlt die Spannung, es fehlen Dialoge, es ist generell ziemlich emotionslos. Man hat ständig das Gefühl, dass die Ideen, die zwischenzeitig aufkommen, nicht fertig ausformuliert wurden. Es war eben bestimmt nicht einfach, eine ganze Geschichte auf weniger als 200 Seiten unterzubringen (wobei die 200 Seiten auch nur mit dieser großen Schriftgröße erreicht wurden). Insgesamt ist "Biss zum ersten Sonnenstrahl" nur als kleine Ergänzung zum "Biss zum Abendrot" zu sehen und kann keineswegs selbständig gelesen werden. Ich hatte das Gefühl, dass ich anschließend sofort das Ende vom "Biss zum Abendrot" lesen muss, um zu verstehen, wie die Geschichte wirklich endet. Aus Bree's Sicht kriegt man total wenig mit, weil sie die Augen schließen muss, ihr die Ohren zugehalten werden und sie ohnehin nicht weiß, was da überhaupt grade alles passiert...
 
Dieses Buch wird meiner Meinung nach nur wirkliche Hardcore-Biss-Fans überzeugen (zu denen ich mich bis vor Kurzem noch gezählt habe...). Ich bin enttäuscht von diesem Werk von Stephenie Meyer. Da steckt wohl reine Geldmacherei dahinter...
 
Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu bissig Smile

Wenn ich ganz ehrlich war, musste ich zugeben, dass ich mich in den totalen Vampirstreber verwandelt hatte. Ich hielt mich immer an die Regeln, machte keinen Ärger, war bei den uncoolsten Leuten der Gruppe zu finden und kam immer früh nach Hause.

Seitenangabe für Zitat1: 
36

Alle redeten aufgeregt durcheinander. Der Geruch des Mädchens war das einzige Thema. Riley klatschte zweimal in die Hände.
"Okay, also das ist der Nachtisch. Das Mädchen wird bei den Gelbaugen sein. Und wer sie zuerst erwischt, bekommt den Nachtisch. Ganz einfach."
Begeistertes Knurren, kampfbereites Knurren.
Einfach, ja, aber ... falsch. Sollten wir nicht eigentlich den gelbäugigen Zirkel vernichten? Unsere neu erworbene Einheit sollte der Schlüssel dazu sein, aber ein Kampf nach dem Motto 'Wer zuerst kommt, mahlt zuerst', den nur ein Vampir gewinnen konnte, trug dazu sicher nicht bei. Das Einzige, was man auf diese Art sicherstellte, war, dass es nachher einen toten Menschen mehr gab. Mir fielen ein halbes Dutzend effektivere Arten ein, um diese Armee zu motivieren. Derjenige, der die meisten Gelbaugen umbringt, gewinnt das Mädchen. Derjenige, der den besten Teamgeist zeigt, gewinnt sie. Derjenige, der sich am besten an den Plan hält. Derjenige, der die Befehle am besten ausführt. Der Beste des Spiels usw. Das Augenmerk sollte auf der Gefahr liegen, und die ging ganz bestimmt nicht von diesem Mädchen aus.
Ich sah mich unter den anderen um und kam zu dem Schluss, dass niemand sonst so dachte wie ich.

Seitenangabe für Zitat2: 
148

"Folge meiner Stimme und mach die Augen nicht auf. Sobald du blinzelst, bist du geliefert, klar?"
Ich nickte und fragte mich, was ich nicht sehen sollte. Ich war fast erleichtert, dass er sich die Mühe machte, ein Geheimnis vor mir zu verbergen. Das wäre nicht nötig gewesen, wenn er mich einfach hätte umbringen wollen.
"Hier lang."
Ich ging langsam hinter ihm her, immer darauf bedacht, ihm keinen Vorwand zu liefern. Er war immerhin so rücksichtsvoll, dass er mich nicht gegen Bäume rennen ließ.

Seitenangabe für Zitat3: 
176
Verlag: 
Carlsen Verlag GmbH
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
ISBN 978-3-551-58200-3

Kommentare

Man lernt aber Neues dazu:
 
S. 28: Die ausgetrockneten und mit brennbarem Vampirgift überzogenen Leichen gingen schnell in Flammen auf.
 
Na bitte: Vampirgift ist brennbar; das haben wir bisher noch nicht gewusst (bin mir jetzt aber gar nicht so sicher, ob es besonders wissenswert ist...).

Auch ich hab dazugelernt:
 
Wie wir bereits wissen, ist der Gehörsinn - wie auch alle anderen Sinne - bei Vampiren besonders gut ausgeprägt. Vampire hören aus über 1000 km ein Eichhörnchen furzen. Aber werden einem Vampir die Ohren zugehalten, hört er absolut nix mehr.

Da ich ein großer Fan von Stephenie Meyers Büchern und den daraus entstandenen Filmen bin, freute ich mich sehr, als die spannende Geschichte von der noch jungen Bree Tanner auch bei mir landete. Schon im Vorfeld bekam ich einige schlechte Kritik über diese kurze Fortsetzung des dritten Teils der Bis(s)-Reihe zu hören und auch die Bookreaders hier waren wenig begeistert, was mich persönlich sehr überrascht.

Denn mich hat dieses packende Buch von Anfang an gefesselt. Die Vielzahl der Erlebnisse, welche Bree in ihrem kurzen Vampirdasein erfährt und die Spannung, die meiner Meinung nie nachlässt, zwangen mich, das Buch nicht wegzulegen. Auch die anderen Vampire, welche Meyer hervorhebt und auch sie als wichtig erscheinen lässt, tragen zu meiner positiven Meinung bei.

Der Schreibstil lässt sich leicht lesen und auch das dieses Buch ohne Kapitel gehalten wird, also in einem durchgeht, hat mir keine Probleme bereitet.

Ein Grund, warum ich Brees Geschichte erst jetzt gelesen habe, war wie schon angesprochen der zu hohe Preis, der sich mit denen der anderen Bis(s)-Bücher deckt, jedoch bei diesen die Seitenanzahl deutlich höher ist. Deshalb empfehle ich das bei Weltbild erschienene Taschenbuch um einen Preis von 10€ zu kaufen.

Für jeden Twilight Fan ist dieses Buch natürlich ein Muss, jedoch sollte man zuvor mindestens den dritten Teil der Twilight Saga im Fernseher angeschaut bzw. gelesen haben, da man sich sonst nicht wirklich auskennen und einem eine Menge Wissen fehlen würde, was zur Unverständlichkeit der einzelnen Zusammenhänge führt. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, da es meiner Meinung nach an nichts gefehlt hat!