Being

Als Robert Smith, 17 Jahre alt, nach einer Magenspiegelung aus der Narkose erwacht, ist das Leben, das er kannte, auf einen Schlag vorbei. Fassungslos starren die Ärzte auf das Videobild seiner inneren Organe: ein Gewirr von Plastik und Metall. Neben dem medizinischen Personal steht ein Mann im schwarzen Anzug - der Geheimdienstler Ryan, der wild entschlossen ist, das Rätsel um Roberts offenbar außermenschliche Identität zu lösen. Es gelingt Robert jedoch, sich zu befreien und zu fliehen. Nachdenken über das Erlebte will er später. Bald wird ihm klar, dass ihn Ryan und seine Leute mit allen Mitteln finden wollen und auch nicht davor zurückschrecken, ihm einen Mord anzuhängen. Eine wilde Jagd kreuz und quer durch England beginnt. Robert hat nur eine Chance, wenn er untertauchen kann. Und dabei hilft ihm Eddi, die Freundin eines früheren Freundes. Sie ahnt nichts von Roberts geheimnisvoller Identität...

Meine Gedanken zum Buch: 

Als ich den Klappentext von „Being“ durchlas, hatte ich sehr große Erwartungen an dieses Buch. Es schien genau meinen Geschmack zu treffen, außerdem hörte es sich sehr spannend an und die außergewöhnliche Idee zur Geschichte dieses Buch versprach einiges. Gegen die Meinungen von Amazon, wo die Rezensenten eher wenig zufrieden waren, einiges an „Being“ auszusetzen hatten und dieses Buch nur mit zwei Sternen bewerteten, habe ich beschlossen, mich trotzdem für dieses Buch zu entscheiden. Gleich am Anfang findet man sich in einer interessanten, unterhaltsamen Geschichte wieder. Man möchte das Buch nicht zur Seite legen, wissen, wie es weitergeht und welche spannende Wendung Roberts Leben nimmt, als man eine grausame Entdeckung in seinem Körperinneren macht. Seit diesem Tag an muss er sich einigen gefährlichen Hindernissen stellen und ist fortan auf der Flucht, die sich als sehr schwierig gestaltet. Auch der Schreibstil von Brooks hat mich überzeugt, da er leicht leserlich ist und genau meinen Vorstellungen entspricht. Nur selten war ich verwirrt, wusste nicht, was Brooks mit den folgenden Stellen im Buch sagen wollte. Auf Amazon beklagt man vor allem die vielen Fragen, die oft einen Weg in Roberts Gedanken finden, welche jedoch leider fast nie beantwortet werden. Genau diese Meinung teile ich auch. Ich hatte bis zum Schluss noch die Hoffnung auf Antworten zu treffen, doch leider vergeblich. Vielleicht war das ja die Absicht von Brooks, den Leser im Ungewissen stehen und selbst zu einem Schluss kommen zu lassen, was die Ereignisse für eine Bedeutung haben. Besonders das Ende hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, bin aber zum Entschluss gekommen, dass es zu diesem Buch passt. Ich könnte mir gut eine Fortsetzung vorstellen, die mehr Aufschluss geben könnte. Alles in einem würde ich „Being“ wieder lesen, da es eine tolle Geschichte mit echtem Tiefgang beinhaltet. Besonders könnte es denen gefallen, die auf außergewöhnliche Geschichten mit großer Spannung stehen.  

Bist du ein Mensch, weil du aus Fleisch und Blut bist? Oder weil du denken, lieben, Schmerz empfinden kannst?

Ich musste den Schmerz spüren, um mich am Nachdenken zu hindern. Ich wollte nicht nachdenken. Was geschieht mit mir? Was spielt sich da ab? Was bin ich? Nein, ich durfte mir nicht erlauben, so etwas zu denken, nicht zu diesem Zeitpunkt. Es hätte mich umgebracht. Das Einzige, was mir blieb, war runterzuschlucken, das Ganze im hintersten Winkel meines Gehirns zu verstauen und zu versuchen, es zu ignorieren.
Doch es war noch da.
Verstörend in seinem Horror.
Wenn ich nicht normal bin – was bin ich dann?
Die Antworten waren undenkbar: Roboter, Automat, Androide, Cyborg, Bestie, Maschine, Alien – nein nein nein nein nein nein nein nein … raus damit aus meinem Kopf … raus damit, raus damit, RAUS DAMIT!
Nur den Schmerzen spüren.
Kapierst du?
Wie kannst du den Schmerz spüren, wenn du irgendwas anderes bist als ein empfindungsfähiges Wesen?
Wie kannst du irgendetwas anderes sein?

Seitenangabe für Zitat2: 
40

Drüben am Eingang zum Krankenhaus sah ich einen Mann in dunklem Anzug, der in ein Handy sprach, den Blick auf mich gerichtet. Er konnte ein Arzt sein oder ein Krankenhausmanager oder etwas in der Art … aber ich wusste es besser. Ärzte und Krankenhausmanager sehen anders aus. Sie haben keinen Jagblick. Sie haben kein Mördergesicht.
Der Mann im Anzug hatte beides.

Seitenangabe für Zitat3: 
173
Verlag: 
Deutscher Taschenbuch Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3423713450 / ISBN-10: 9783423713450