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Für mich war dieser Roman
Für mich war dieser Roman nicht nur eine der schönsten Liebeserklärungen an die Literatur, die ich je gelesen habe, sondern insgesamt ein Genuß von der ersten bis zur letzten Seite. In einer wundervollen, bildhaften Sprache erzählt der Autor von den Härten der Umerziehung, die Luo und sein Freund auf dem Berg Phönix-des-Himmels auf sich nehmen müssen. In ihrer jugendlichen Unbekümmertheit können sie aber auch so mancher schwierigen Situation ihre humorvolle Seite abgewinnen.
Ausdrucksstark, doch ohne jede Schwülstigkeit gelingen die Formulierungen, leicht und fließend sind die thematischen Übergänge. Es war, um es mit den Worten des Autors zu sagen, ein Buch zum Lachen und Weinen und Lachen ... In jedem Fall aber war es viel zu kurz, und ich hätte Luo, seinen Freund und die kleine Schneiderin noch gerne länger auf ihrem Weg begleitet.
Mich haben an diesem Buch am
Mich haben an diesem Buch am meisten die Beschreibungen der Kulturrevolution beeindruckt, die Art und Weise, wie man versucht hat, alte Traditionen gleichermaßen zu vernichten wie alles Westliche. Mit welcher Brutalität gegen alles vorgegangen wurde, das man in irgendeiner Weise als "intellektuell" hätte bezeichnen können. DAS macht meiner Meinung nach den eigentlichen Reiz dieses Buches aus. Nämlich der Kontrast zwischen der fast schon poetischen Sprache und der einzigartigen Geschichte zwischen den drei jungen Leuten und der gewalttätigen Umgebung, in der sich diese abspielt. Das Buch wurde übrigens auch wunderbar verfilmt!
Empfehlenswert von diesem Autor ist auch noch "Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht", schräg und sehr anders hingegen "Muo und der Pirol im Käfig", dafür benötigt man schon einen eigenen Sinn für Humor.
Muo und der Pirol im Käfig...
... habe ich gelesen, und kann es eben auch nur stilistisch befürworten. Die Beschreibungen sind grandios, wenn auch gegen das Ende hin fast schon utopisch anmutend.
Vom Inhalt her war es nicht so mein Fall, aber den "Wanderer ..." kenne ich nicht und werde ihn auf meine WL setzen. Danke, für den Tipp, tedesca.
Deine Gedanken zur "Kleinen Schneiderin" teile ich voll und ganz, und mir hat eben auch so gefallen, wie diese beiden Jugendlichen in ihrer Unbekümmertheit trotzdem immer wieder eine komische Situation fanden, über die es sich zu lachen lohnte. Wie Du schon geschrieben hast, der Kontrast macht den Reiz aus. Ich persönlich war ja ganz hingerissen von diesem Bücherkoffer, weil ich die Freude der beiden aus tiefstem Herzen nachempfinden kann, und verstehe, dass man sogar zum Dieb wird, wenn man nichts zu lesen hat.
Unvorstellbar! Nicht zu
Unvorstellbar! Nicht zu lesen zu haben, ist für mich unvorstellbar! Oder nicht lesen zu dürfen, wonach mir gerade ist! Schlimm! Da würde ich wohl auch zum Dieb, und das heimliche Lesen unter der Bettdecke würde ein Revival erleben ;-)
Oder wenn man an die
Oder wenn man an die Bücherverbrennungen denkt, die es gegeben hat ... ganz fürchterlich!
(Die Szene, in der Luo die Bücher verbrennt, und der Autor das so beschreibt, als würden die Romanfiguren als Personen in Rauch aufgehen, fand ich in ihrer Traurigkeit einfach wunderschön!)
Die Knebelung des Geistes muss zu allen Zeiten schrecklich gewesen sein bzw. ist es immer noch in vielen Teilen der Welt.