Angst

Die gedankenlose Müdigkeit ihrer Ehe läßt Irene Wagner trotz ihrer beiden Kinder ein Verhältnis mit einem jungen Musiker eingehen. Sie empfindet vor jedem Rendezvous, indem sie sich "über den Rand ihrer täglichen Gefühle" beugt, "diese erste Angst, in der doch auch Ungeduld" brennt; als aber eine Frau "mit massigem Körper", die ihre heimlichen Wege beobachtet hat, sie zu erpressen beginnt, verliert diese Angst den Reiz des angenehm Vibrierenden. Sie fühlt sich mehr und mehr bedrängt. Ihr Mann versucht ihr zu helfen und gibt ihr ein Beispiel: er veranlaßt in ihrer Gegenwart ihre Tochter zum Geständnis eines kleinen Vergehens, um Nachsicht üben zu können. Irene Wagner entzieht sich diesem Weg; statt sich zu erklären, versucht sie sich Gift zu verschaffen

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich liebe Zweig!!!!! Seine Sprache, seine Art zu Schreiben... da passt einfach alles. Ein großer, großer Autor, den ich da für mich entdeckt habe!!!!! Er schafft es immer wieder auf`s Neue, dass ich mich gleich nach den ersten Zeilen absolut zu Hause fühle. In seiner Novelle "Angst" geht es wie der Titel schon sagt um dieses Gefühl, das viele, viele Gesichter hat. Irene ist ihrer Ehe überdrüssig und nimmt sich einen Liebhaber.... gemeinsam mit ihr erlbt man die unterschiedlichsten Höhen und Tiefen, die sie durch diese Seitensprünge durchlebet..... von freudiger, angespannter Angst... vom Kitzel des Verbotenen schlittert sie in Abgründe.... dominiert von der Angst des Entdeckt werdens... der Angst des Verlustes. Im Vergleich zu Schnitzler`s Freulein Else dürfen wir hier aber einem postivien Ausgang beiwohnen, Rettung kommt in letzter Sekunde und auch die Erkenntnis.... das Bewusstsein anderer Werte.      

Verlag: 
Fischer Verlag
Auflage: 
16. Auflage 2011
ISBN: 
978-3-596-10494-9