Amsterdam

Alle haben sie dieselbe Frau geliebt, die nun nicht mehr ist: ein Politiker, ein Chefredakteur, ein Komponist. Als desto gegensätzlicher erweisen sich ihre Ambitionen: Ein Freundschaftspakt wird zum Teufelspakt, als es in Amsterdam zum Showdown kommt. Ian McEwan erhielt 1998 den Booker-Preis für diese ebenso witzige wie gnadenlose Geschichte über die Mechanismen der Medien und der Macht.

Meine Gedanken zum Buch: 

Mein erstes Buch von Ian McEwan - nach Jahren habe ich es nun zum zweiten Mal gelesen und ich muss gestehen, es hat mich wieder nicht sonderlich vom Hocker gerissen. Vermutlich ist es sein Stil, mit dem ich nicht ganz so warm werden kann. Teils zu ausschweifend, teils wieder zu knapp..... es beginnt für mich sehr vielversprechend, wird mir dann aber etwas zu langatmig.... Der Schluss reißt den Roman wieder heraus, den fand ich nämlich sehr gut gewählt und so fügt sich auch das Räderwerk der Erzählung dann doch wieder zusammen. Die Frage der Moral, die hier oft aufkommt ist recht interessant und macht den Leser hellhörig. McEwan macht die Zwiespälte sehr deutlich in denen wir uns oft befinden - was ist vertretbar und wo ist die Grenze - und vorallem auch die Macht der Medien (sei`s Fernsehen aber auch Zeitung) die wir in solchen Fällen oft unterschätzen.  

Am Ende, als Molly im Spiegel ihr eigenes Gesicht nicht mehr erkannte, war er ihrer habhaft geworden. An ihren Liebschaften konnte er nichts ändern, doch am Ende gehörte sie ganz ihm.

Seitenangabe für Zitat1: 
12
Verlag: 
Diogenes Verlag AG
Auflage: 
deutsche Erstausgabe
ISBN: 
3 257 23284 5

Kommentare

Schade, dass Du mit der Sprache nicht so richtig warm wirst, Claudia. Ich mag gerade diesen feinen, manchmal durchaus skurrilen oder auch sarkastischen Humor, mit dem McEwan seine immer recht brisanten Geschichten würzt. Ich würde Dir auf jeden Fall noch "Abbitte" empfehlen, bevor Du ihn endgültig ad acta legst, das war meiner Meinung nach sein kommerziellstes Buch, aber sicher auch eines seiner erfolgreichsten. ODER Du traust Dich über "Liebeswahn", das fand ich nämlich auch recht witzig. Seine anderen sind dann wohl eher für Hardcore-Fans wie mich, aber wer weiß, vielleicht kann ich Dich ja doch noch für diesen grandiosen Autor begeistern...

Du wirst lachen, "Abbitte" hatte ich sogar schon in der Hand... nämlich in der Bücherei in Lignano, leider hab ich mich dann doch für "Die letzte Partitur" entschieden.... hätt ich doch besser das andere genommen.... aber ich dachte mir halt, dass sich ein würziger Thriller besser unter dem Sonnenschirm macht... falsch gedacht...
 
Wie gesagt, der Schluss hat das Buch meiner Meinung nach e rausgerissen. Während dessen war`s irgendwie ein bissl zäh. Hast du Amsterdam auch gelesen???

Ja, klar, ich hab bis auf die Essays alle seine Bücher gelesen. Ich liebe ja ganz besonders sein frühes Werk, vor allem "Der Trost von Fremden" und "Der Zementgarten", aber die beiden sind schon ganz schön befremdlich.

Soweit ich mich noch erinnern kann, eigentlich nicht. Aber es ist Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Auf jeden Fall habe ich es in sehr guter Erinnerung, d.h. eventuelle Längen konnten den guten Gesamteindruck wohl nicht trüben.