Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte

Sie waren Jugendfreunde, ehe sie sich aus den Augen verloren. In Madrid treffen sie sich wieder: sie, eine angehende Richterin, die das Leben gelehrt hat, stark und vernünftig zu sein; er, Weltenbummler und sehr undogmatischer Seminarist, der vor seiner Ordination Pilar noch einmal wiedersehen will. Beide verbindet ihr Drang, aus ihrem sicheren Leben auszubrechen und ihre Träume zu wagen

Meine Gedanken zum Buch: 

Vor 8-10 Jahren hab ich dieses Buch schon mal gelesen und es letztes Wochenende wieder spontan aus dem Regal gefischt. Interessant  war für mich zu sehen, wie sich mein Leseverhalten in den letzeen Jahre geändert hat. Damals habe ich dieses Buch mir voller Begeisterung gelesen und es war auch der Beginn meiner "Coelho-Leidenschaft".   "Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte" ist die Geschichte zweier Menschen, die ihre Liebe zueinander neu entdecken und auch den Kampf dafür auf`s Neue aufnehmen. Mit sehr viel Gefühl beschreib der Autor ihre Ängste und Bemühungen.... Was bei Coelho natürlich nicht fehlen darf, ist der Einfluss des Glaubens in so einen Geschichte. Das hat für mich diesen Roman allerdings zeitweise auch recht  mühsam gemacht. Die permanente Präsenz von Glaube, Hingabe, der Jungfrau Maria, der Mutter Erde.... war mir oft schon zu schwülstig, zu dick aufgetragen...aber das ist nun mal Coelho..... da kann man nix machen Wink

Ich weiß, dass die Liebe wie ein Staudamm ist: Lässt man nur den geringsten Haarriß zu, durch den das Wasser dann dringt, wird der Damm irgendwann brechen, und niemand wird die Gewalt der Wassermassen kontrollieren können.

Seitenangabe für Zitat1: 
46

Der Vorsteher sagte zu mir, wenn ich glaubte, wass ich wüsste, dann würde ich am Ende wissen sein.

Seitenangabe für Zitat2: 
107
Verlag: 
Diogenes Verlag Zürich AG
Auflage: 
Auflage 2007
ISBN: 
325706148x

Kommentare

Das war mein erster Coelho, und wenn man nicht immer wieder gesagt hätte "Aber lies doch noch..." wär es wohl auch mein letzter gewesen. Mir war die ganze Story an sich schon viel zu schwülstig, und genau das, das Du da beschreibst, Claudia, hat mich auch genervt. Aber ich hab's halt auch nicht mit dem Glauben, und somit ist dieses Buch von vornherein schon ein Fehlgriff gewesen. Wie alle anderen Coelhos danach auch noch, aber immerhin kann ich meine Meinung über ihn als Schriftsteller auch fundiert begründen. Gut gefallen hingegen hat mir das Interview von Juan Arias "Bekenntnisse eines Suchenden. Juan Arias im Gespräch mit Paulo Coelho".

Bei Coelho bin ich immer so hin und her gerissen.  Der "leichte Esoteriküberschuss" in BRIDA hat mich zum Beispiel garnicht so gestört (hier hat für mich die mitreissende Erzählweise domineirt). "Vernonika beschließt zu sterben" und "Elf Minuten" sind mein absolutern Lieblings-Coelho`s.
In diesem Fall war`s mir teils schon ein bisschen too much. Man verliert das Wesentliche aus dem Auge und in diesem Fall wäre es ja eigentlich die Liebe zwischen Pilar und ihrem Jugendfreund. Während man liest wird man Teil ihrer Gefühl und Sehnsüchte und dann kommt plötzlich wieder dieser Schnitt der oft extrem störend wirkt. Ich kann mit dieser überschwänglichen Hingabe an den Glaube einfach nix anfangen, diese ganzen Dinge werden teils so intensive zerlegt und ausgebaut, dass es oft schon irgendwie befremdent auf mich wirkt.
Ich würd mir wünschen, dass er diese Elemente etwas dosierter einsetzt, dann hätte ich zB diesen Roman viel harmonischer empfinden können.
Dieses Interview sagt mir leider garnix, kann man sich das irgendwo anhören/anschauen????