Am Abend des Mordes

Wird Barbarotti kaltgestellt? Aufs Abstellgleis befördert? Nach einem persönlichen Schicksalsschlag mit privaten Problemen beschäftigt, erhält er von seinem Vorgesetzten die Anweisung, sich mit dem Fall eines fünf Jahre zuvor spurlos verschwundenen Elektrikers zu beschäftigen, als er wieder seinen Dienst antritt. Nicht nur Kollegin Backman fragt sich, ob es sich hierbei nicht nur um eine Form von Beschäftigungstherapie für einen trauernden und labilen Kollegen handelt. Und zunächst sieht es auch ganz so aus, als sei Barbarotti nun zum Spezialisten für sogenannte »kalte Fälle« geworden, denen man nur routinemäßig nachgeht. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens lebte besagter Elektriker nämlich mit einer Frau zusammen, die bereits einmal einen Mord begangen und dafür elf Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Doch ohne Leiche keine Mörderin. Beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts. Gunnar Barbarotti tut das, was er am besten kann: Er ermittelt. Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen setzt er zusammen, und als er schließlich begreift, was gespielt wird, hat das weitreichende Konsequenzen ...

Meine Gedanken zum Buch: 

"Am Abend des Mordes" ist der fünfte und letzte Teil der Krimiserie rund um den Ermittler Gunnar Barbarotti.   Inhaltlich ist es allerdings mehr als ein einfacher Krimi. Barbarotti kämpft nicht nur um die Auflösung eines schon längst zu den Akten gelegten Mordfalles, sonder auch noch mit und um sich selbst. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau fällt er in ein Loch.... die Einsamkeit und die Trauer schmerzen und dies ist auch in jeder Zeile spürbar. DenKrimi macht diese permanente Melancholie teilweise aber etwas langatmig.   Das Cover lässt Spannung und Nervenkitzel vermuten, in der Geschichte selbst, fehlt das aber größtenteils. Die plötzliche Wendung am Schluss weckt zwar wieder die Neugier, kommt für mich aber ein bisschen spät. Als Leserin hätte ich mir schon während der Geschichte mehr "Action" erhofft Wink   Man muss aber auch fairer Weise sagen, dass ich nur diesen Teil der Serie gelesen habe und so auch keine richtige Beziehung zu der Person Barbarotti aufbauen konnte. Nach meinem Informationsstand können alle Teile zwar auch unabhängig voneinander gelesen werden, trotzdem sollte man von ganz vorne beginnen... tut man das nicht, fehlen einem einfach gewisse Zusammenhänge und man hat auch nicht die Möglichkeit, die Charaktäre mit allein ihren Facetten kennen zu lernen.   Alles in allem eine nette Leseunterhaltung mit mäßigem Spannungsfaktor. Den Drang, die vorherigen Bände zu lesen, verspüre ich allerdings nicht.

Sie waren so hurtig getrennte Wege gegangen, wie ein Koch Eigelb von Eiweiß trennt

Seitenangabe für Zitat1: 
1

Die Welt ist ein Panoptikum, und die Menschen wollen betrogen werden, so einfach ist das wahrscheinlich.

Seitenangabe für Zitat2: 
0
Verlag: 
btb Verlag
Auflage: 
1. Auflage 2012
ISBN: 
978-3-442-75317-8