A schene Leich

In diesen kohlrabenschwarzen Mordgeschichten stehen Frauen im Mittelpunkt, die eine Rechnung zu begleichen haben. Die Protagonistinnen könnten heterogener nicht sein: Alte, Junge, Angepasste, Outsider, quer durch alle Herkunfts- und Berufssparten. Anderles Krimis kombinieren schwarzen Humor mit dem „typisch“ Wienerischen. Gängige Klischees werden spitzfindig und humorvoll auf den Kopf gestellt, aus scheinbar harmlosen Alltagssituationen entwickeln sich allmählich kleine Psychodramen, die langsam aber sicher auf eine explosive Entladung zusteuern und gerne mit Mord enden.

Meine Gedanken zum Buch: 

Frauen mit rabenschwarzen Seelen bringen die unschuldigen und armen Männer um die Ecke *gg* Musste oft schmunzeln und lachen, mit welchen ausgefallenen Methoden unliebsame Menschen ins jenseits gebracht werden können.   Kohlrabenschwarzen Humor gut gemsicht mit Wienerisch - ähnelt sehr Ingrid Noll. Für alle Liebhaber von Ingrid Nolls Schreibstil

Mariechenlied Eins Mariechen war ein Frauenzimmer, gar schön und tugendhaft. Sie diente treu und redlich immer bei ihrer Dienstherrschaft.   Da kam aus Gikritschpatschen ein junger Mann daher, der wollt' Marie vernaschen und war ein Schuhmacher.   Sein Geld hat er versoffen, in Schnaps und auch in Bier. Dann kam er angekrochen und wollte es von ihr.   Sie konnt' ihm keines geben, drum stahl sie auf der Stell von ihrer lieben Dienstherrschaft sechs goldne Esslöffel.   Doch schon nach wen'gen Tagen, da kam der Diebstahl raus und so mit Schimpf und Schande warf man Mariechen raus.   Sie hadert mit dem Schurken, dir schlägt schon noch die Stund! Da nahm der Kerl sein Messer und wollt ihr an den Schlund   Bevor ihr Blut verspritzte und Marie tot sollt sein, da kam mit der Haubitze ein Reiter und griff ein.   Nun sitz der böse Schuster bei Wasser statt bei Wein, in einem fisnteren Kerker am Donaustrand in Stein.   Marie hat sich gebunden an ihren Reitersmann. Sie hat ihr Glück gefunden, in St. Veit an der Glan.

Seitenangabe für Zitat1: 
8

Liebe Mami,
jetzt kann ich ja zugeben, dass du Recht hattest. Ja, ich habe dich angelogen, weil ich nicht wollte, dass du dich um mich sorgst und weil ich hoffte, Nicky würde sich bessern un mit dem Trinken aufhören. als er wegen des Unfalls ur Polizei sollte, ist er ausgerastet, hat sich vollaufen lassen und richtig zu toben begonnen. Na ja, es war dumm von mir, ihm Vorwürfe zu machen, ich wusste ja, er flippt dann immer völlig aus.  Als er sich das Küchenmesser gegriffen hat, bin ich vor lauter Angst aufs Dach geflüchtet. Bevor er mich hinunterwerfen konnte, bekam ich das Geländer zu fassen. Stattdessen hat er das Gleichgewicht verloren, hing nur noch mit einer Hand an meinem Bein , baumelte hilflos zwischen Himmel und Erde und brüllte: "Hilf mir!" Vielleicht hätte ich es auch getan, aber da hörte ich plötzlich deine Stimme sagen: "Loslassen, was nichtglücklich macht!" Also, liebe Mami, pack den Koffer. Das Begräbnis ist nächste Woche.
Ich freue mich so, dich bald wiederzusehen.
Deine dich lüber alle Maßen iebende Tochter
Susi
P.S. Ist Papi ganz allein von der Leiter gefallen?

Seitenangabe für Zitat2: 
81

Ich stoppte ein junges Mädchen, gestylt wie Madame Pompadour - alles Gold un Glitzer - mit zehn Zentimter hohen Stilettoabsätzen.
"Fühlst du dich nachts sicher in der U-Bahn?" fragte ich sie und hielt ihr meinen Recorder vor den Mund. Sie kaute ratlos an einer Haarsträhne, während es fast sichtbar hinter ihrer Stirn arbeitete. "I waß net. I geh am Obnd nie allanig furt, immer nur mit mein Freind." Der kam wie auf Kommando herbeigeeilt und stellte sich schützend vor die Blondine. "Bist deppat, Oide, was erzählst denn dera Schnalln da glei dei ganzes Privatlebn? San eh ois nur Schmieranten bei der Zeitung.", sagte er und zog sein Goldstück weiter.

Seitenangabe für Zitat3: 
147
Verlag: 
Milena-Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978-3-85286-162-3