A Long Way Down

Vier von unterschiedlichen Schicksalen gebeutelte Personen treffen sich "zufällig" in einer Silvesternacht am Dach eines Hochhauses um Selbstmord zu begehen. Unweigerlich kommen sie ins Gespräch und nehmen schließlich von ihrem Vorhaben Abstand. Gemeinsam versuchen sie, ihr Leben besser in den Griff zu bekommen. Es gelingt in unterschiedlichen Ausmaßen. Beihahe gleichen sie Blinden, die einander den Weg weisen möchten. Wenn sich in ihrem Leben binnen eines Jahres nichts ändern soolte, möchten sie erneut versuchen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Ob es so weit kommt, lohnt sich auf alle Fälle nach zu lesen.

Meine Gedanken zum Buch: 

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Zitate: 

"Hört mal", sagte er und dann sagte er nichts, also lauschten wir.
"Ich hör nichts", sagte Jess.
"Nein, die Art von Hören meinte ich nicht. Ich meinte: Hört mal, ich will euch was sagen."

Seite 106

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Kommentare

Schade, dass du deine Gedanken zum Buch noch nicht formuliert hast.
Hier meine Eindrücke: Die vier Hauptpersonen sind so unterschiedlich, dass sie einander unter anderen Voraussetzungen sicher nie getroffen hätten. Besonders spannend finde ich, dass jeder zuerst sein eigenes Schicksal als so schlimm empfindet, dass er bzw. sie nur im Selbstmord einen Ausweg sieht. Dann lernen sie einander näher kennen und sehen die Probleme der anderen als viel schlimmer an. Alle vier haben das Bedürfnis den anderen zu helfen, so entstehen auch Netzwerke untereinander und alle müssen sich mit ihrem eigenen Leben neu auseinandersetzten. Ein sehr starkes Buch, das mich sehr nachdenklich gesitmmt hat. Es zeigt aber auch, dass jeder Mensch über Ressourcen verfügt, die manchmal verschüttet sind, die es sich aber lohnt, auszugraben.

Stark angefangen - und stark nachgelassen, würde ich als Motto über dieses Buch stellen.
Dabei fand ich die Idee an sich sehr gut, für mich auch der Beweggrund, den Roman zu lesen. Vier völlig unterschiedliche Charaktäre, die in einer Silvesternacht rein zufällig auf dem Dach eines Hochhauses zusammentreffen, jeder mit der Absicht, Selbstmord zu begehen, haben mich neugierig gemacht und ließen mich einige tiefsinnige Lebenseinsichten erwarten.
Geworden ist daraus leider nichts. Die vier Kanditaten haben sich als ziemlich oberflächliche Pappkameraden entpuppt, die mir allesamt unsympathisch waren. Das einzige, was mir gefallen hat, war die Erzählweise, die Nick Hornby gewählt hat. So läßt er seine Protagonisten abwechselnd zu Wort kommen und in einem jeweils eigenen Abschnitt als Ich-Erzähler über die Ereignisse berichten.
Dabei haben mir die Kapitel über die ältliche Maureen noch am besten gefallen, die als alleinerziehende Mutter eines schwerstbehinderten Sohnes jeden Lebensmut verloren hat. Dem Fernsehmoderator Martin Sharp, der durch eine Affaire mit einer Minderjährigen nicht nur seine Karriere, sondern auch seine Ehe aufs Spiel gesetzt hat, konnte ich hingegen kein Mitleid entgegenbringen. Völlig unglaubwürdig waren für mich auch der erfolglose und unglücklich verliebte Musiker JJ und die völlig durchgeknallte 18jährige Jess, die ebenfalls aus Liebeskummer und wegen Unstimmigkeiten mit ihren Eltern in den Tod gehen will.
Platter geht es nun ja wirklich nicht mehr und genauso war auch der Stil des Buches. Die schnoddrige Sprache und das ewige Geraunze und Gejammere wegen nicht wirklich großartiger Probleme sind mir zunehmend auf die Nerven gegangen. Wollte sich jedermann wegen eines Karriereknicks oder Beziehungskrisen vom Dach eines Hochhauses stürzen, wäre die Welt inzwischen wohl menschenleer.
Diese Argumente konnten mich jedenfalls nicht überzeugen, und selbst Maureen hat im Laufe der Zeit viel von meiner Sympathie verloren. Obwohl sie keiner erwerbsmäßigen Arbeit nachgeht, plagen sie keine - durch die aufwendige Betreuung ihres Sohnes verursachten - finanziellen Sorgen. Und auch die Pflege selbst scheint ihr keinen übermäßigen Einsatz abzuverlangen. Vielmehr beklagt sie sich über die Eintönigkeit ihres Daseins und geht dabei wohl meilenweit an der Realität vorbei. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Mutter in dieser Situation auch nur mit dem Gedanken spielt, ihr Kind im Stich zu lassen.
So war ich froh, als ich die rund 350 Seiten hinter mich gebracht hatte, und das Buch mit dem Vermerk "Viel Lärm um nichts" ad acta legen konnte.